Zum Inhalt springen
XICBOT

Einstellungen

English
Technik, Projekt & Qualität

Chatbot ablösen: Umstieg ohne Bruch im Kundendialog

Wie Sie einen bestehenden Chat-Assistenten ablösen: Umzugsmatrix, Fristen aus dem Vertrag, Doppelbetrieb mit Enddatum, Weiterleitungen und Löschbestätigung.

In einfacher Sprache

Ein Chatbot besteht aus vielen Teilen. Dazu gehören das Wissen, alte Gespräche, das Fenster und Weiterleitungen. Legen Sie für jedes Teil fest: übernehmen, neu bauen oder weglassen. Für den Wechsel gibt das Recht der EU Fristen vor. Laufen alter und neuer Chat zugleich, lädt die Seite zwei Skripte. Darum braucht diese Zeit ein festes Ende. Nach dem Umzug räumen Sie auf. Halten Sie die Weiterleitungen lange und entfernen Sie altes Skript und alte Cookies.

14 Min. Lesezeit Von XICBOT

Mehr zur Integration

Ein Chat-Assistent wird selten abgelöst, weil er stehen bleibt. Er wird abgelöst, weil er nicht mehr zu dem passt, was Ihr Haus inzwischen verkauft, berät und zusagt: Das Sortiment ist gewachsen, die Antworten sind es nicht. Unter den Unternehmen, die KI bereits einsetzen, ist der Kundenkontakt mit 86 Prozent (Bitkom Research) das häufigste Einsatzfeld. Gleichzeitig sehen sich 64 Prozent (Bitkom Research) der Unternehmen bei diesem Thema selbst als Nachzügler, und 72 Prozent (Bitkom Research) sagen, ihnen fehle das nötige Wissen im eigenen Haus. Ein Umstieg, der aus einem Skripttausch besteht, endet deshalb regelmäßig in einer Woche, in der niemand weiß, wo die alten Gespräche liegen und welche Adresse noch antwortet. Dieser Beitrag beschreibt den Umstieg als das, was er ist: ein Umzug mit Inventarliste, Kalender, Doppelbetrieb und Abschalttermin.

Umzugsmatrix: was mitgeht, was neu entsteht, was bleibt
Umzugsmatrix: was mitgeht, was neu entsteht, was bleibtFünf Bestandteile eines Chat-Assistenten und ihr Weg beim AnbieterwechselDoppelbetrieb: beide Systeme verfügbar, nur eines sichtbarBestandteilübernehmenneu aufbauenverwerfenWissensbasisExport prüfenLücken vor dem Umzug füllen––Gesprächsverläufe––Kennzahlen sichernRohtexte nach Frist löschenWidget-Einbindung–Ein Skript ersetzenAltcookie mit abräumen–Weiterleitungen–Alte Hilfeadressen1 Jahr halten, höchstens 3–FreigaberollenNamen statt SammelkontoRechte beim Umzug prüfen––Der Doppelbetrieb endet erst, wenn die Weiterleitungen stehen und das Altskript von jeder Seite verschwunden ist
Fünf Bestandteile eines Chat-Assistenten und ihr Weg beim Anbieterwechsel
Beschriftungen der Abbildung
  • Doppelbetrieb: beide Systeme verfügbar, nur eines sichtbar
  • Bestandteil
  • übernehmen
  • neu aufbauen
  • verwerfen
  • Wissensbasis
  • Export prüfen
  • Lücken vor dem Umzug füllen
  • –
  • –
  • Gesprächsverläufe
  • –
  • –
  • Kennzahlen sichern
  • Rohtexte nach Frist löschen
  • Widget-Einbindung
  • –
  • Ein Skript ersetzen
  • Altcookie mit abräumen
  • –
  • Weiterleitungen
  • –
  • Alte Hilfeadressen
  • 1 Jahr halten, höchstens 3
  • –
  • Freigaberollen
  • Namen statt Sammelkonto
  • Rechte beim Umzug prüfen
  • –
  • –
  • Der Doppelbetrieb endet erst, wenn die Weiterleitungen stehen und das Altskript von jeder Seite verschwunden ist

Umzugsmatrix: was mitgeht, was neu entsteht, was bleibt

Warum der Wechsel kein Skripttausch ist

Aus der Ferne sieht ein Chatbot wie eine Zeile im Quelltext aus: ein Skript, ein Schlüssel, ein Fenster unten rechts. Diese Sicht ist der häufigste Grund, warum ein Umstieg schiefgeht. Tatsächlich hängt an der Zeile eine über Jahre gewachsene Kette. Die Wissensbasis enthält Formulierungen, die jemand fachlich freigegeben hat. Die Gesprächsverläufe enthalten personenbezogene Daten mit eigenen Löschfristen. Die Einbindung enthält Einstellungen, die nur im Altsystem stehen: auf welchen Seiten das Fenster erscheint, ab wann es sich meldet, welche Sprache es spricht. Dazu kommen Weiterleitungen alter Hilfeseiten und eine Liste von Menschen mit Rechten im Altsystem. Wer allein das Skript tauscht, nimmt diese Kette nicht mit – er lässt sie zurück. Sichtbar wird das erst Wochen später, wenn eine Kundin nach einer Zusage fragt, die im alten Verlauf steht und im neuen System nicht auffindbar ist.

Der zweite Grund ist die Ausgangslage. In der EU setzen erst 19,95 Prozent (Eurostat) der Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten überhaupt KI ein, und Sprachgenerierung – die Technik hinter jedem Chatfenster – kommt auf 8,76 Prozent (Eurostat). Die Systemlandschaft ist also jung und wenig standardisiert: Es gibt kein Austauschformat, auf das sich zwei Anbieter selbstverständlich einigen. Zugleich hängt der Chat an umsatznahen Prozessen; 34,70 Prozent (Eurostat) der KI-nutzenden Unternehmen setzen die Technik in Marketing und Vertrieb ein. Ein Umstieg ohne Plan trifft damit nicht die Verwaltung, sondern die Anbahnung. Wer den Wechsel als Projekt aufsetzt, gewinnt an dieser Stelle Freiheit: Der neue Assistent muss nicht nachbauen, was der alte konnte, sondern das leisten, was heute gebraucht wird. Welche Bausteine dafür in Frage kommen, steht auf der Seite zu den individuellen Funktionen.

Bestandsaufnahme: was im Altsystem wirklich steckt

Die Bestandsaufnahme ist die einzige Arbeit, die vor der Kündigung erledigt sein sollte. Danach läuft eine Uhr, und der Zugriff auf das Altsystem wird enger. Praktisch heißt das: eine Liste anlegen, in der jeder Bestandteil eine Zeile bekommt, und je Zeile drei Fragen beantworten. Erstens, liegt der Bestandteil in einem Format vor, das sich exportieren lässt? Zweitens, wer im Haus hat ihn zuletzt freigegeben? Drittens, was passiert, wenn er fehlt – merkt es ein Gast, eine Kollegin oder niemand? Aus den Antworten entsteht die Umzugsmatrix mit drei Spalten: übernehmen, neu aufbauen, verwerfen. Ein Wechsel ist der seltene Moment, in dem man Altlasten loswird, ohne dafür eine eigene Begründung zu brauchen: überholte Antworten, Testdialoge, Rollen von Menschen, die längst in einer anderen Abteilung sitzen.

Für die Einbindung lohnt ein Blick auf die Seite selbst, nicht auf das Handbuch des Anbieters. Fremde Skripte stecken in 90 Prozent (Web Almanac) aller Seiten oder mehr, und die Einbindungskette hat einen Median von 3 (Web Almanac) – ein eingebundener Dienst zieht in der Regel weitere Dienste nach. Prüfen Sie im Netzwerkprotokoll des Browsers, welche Adressen nach dem Entfernen noch angefragt werden und welches Cookie danach übrig bleibt. Rund 60 Prozent (Web Almanac) aller Cookies stammen von Drittanbietern; das Cookie des Vorgängers gehört auf dieselbe Streichliste wie sein Skript. Wie eine saubere Einbindung aussieht, zeigt der Beitrag zum Einbinden in Website und Shop.

  • Wissensbasis: alle Inhalte, aus denen der Assistent antwortet, samt Stand und Freigabe. Das Exportformat wird geprüft, bevor die Kündigung das Haus verlässt.
  • Gesprächsverläufe: Rohtexte, Kennzahlen und Bewertungen getrennt betrachten. Die Kennzahl ist übernehmenswert, der Rohtext selten.
  • Einbindung: Skript, Anzeigeregeln, Einwilligungsschicht, Farben, Sprachen und jede Seite, auf der das Fenster erscheint.
  • Anbindungen: Warenwirtschaft, Kalender, Ticketsystem, Versand – jede Verbindung mit Zugangsdaten, Ansprechpartner und Zweck.
  • Adressen: Hilfeseiten, Übergabeformulare und Verlaufslinks, die im Altsystem eine eigene Adresse hatten.
  • Freigaberollen: wer Antworten ändern darf, wer sie veröffentlicht und wer Gesprächsverläufe sehen kann.
  • Verträge: Laufzeit, Kündigungsfrist, Abrufzeitraum nach dem vereinbarten Übergangszeitraum und die Frage, wer die Daten am Ende löscht.

Diese Liste ist kein Formalismus. 72 Prozent (Bitkom Research) der Unternehmen geben an, ihnen fehle das nötige Wissen im eigenen Haus – ohne schriftliche Übergabeliste bleibt der Wechsel deshalb an dem Anbieter hängen, den man gerade verlässt. Die Anbindungen an Ihre übrigen Systeme sind der Teil mit den meisten stillen Abhängigkeiten; eine Übersicht dazu steht unter Integration.

  • Wissensbasis

    Übernehmen, aber nicht ungeprüft. Jeder Eintrag bekommt beim Import ein Datum und einen Verantwortlichen; was seit zwei Jahren niemand angefasst hat, wird vorher gelesen.

  • Gesprächsverläufe

    Kennzahlen sichern, Rohtexte nach Frist löschen. Häufige Fragen, Abbruchstellen und Übergabequoten sind der eigentliche Wert, nicht der einzelne Dialog.

  • Widget-Einbindung

    Neu aufbauen. Altskript, Altcookie und Anzeigeregeln verschwinden gemeinsam; das neue Fenster wird auf denselben Seiten geprüft, nicht bloß auf der Startseite.

  • Weiterleitungen

    Neu aufbauen. Jede alte Hilfe- oder Verlaufsadresse zeigt direkt auf ihr neues Ziel, ohne Zwischenschritte, und bleibt lange genug bestehen.

  • Freigaberollen

    Übernehmen, aber neu besetzen. Sammelkonten werden durch Namen ersetzt, ausgeschiedene Personen entfallen, und jede Rolle bekommt eine Vertretung.

  • Verträge und Fristen

    Vor allem anderen lesen. Kündigungsfrist, Abrufzeitraum und Löschzusage bestimmen den Terminplan des gesamten Umstiegs.

Der Wechsel hat einen Kalender, keinen Wunschtermin

Für den Anbieterwechsel bei Datenverarbeitungsdiensten gilt ein europäischer Rahmen mit bezifferten Fristen. Die Kündigungsfrist zum Einleiten des Wechsels darf zwei Monate (Amtsblatt der Europäischen Union) nicht überschreiten. Daran schließt eine Übergangsfrist von höchstens 30 Kalendertagen (Amtsblatt der Europäischen Union) an. Ist der Umzug technisch in dieser Zeit nicht machbar, teilt der Anbieter das innerhalb von 14 Arbeitstagen (Amtsblatt der Europäischen Union) nach der Beantragung mit und nennt einen Ersatztermin, der sieben Monate (Amtsblatt der Europäischen Union) nicht überschreiten darf. Für den Datenabruf bleibt eine Mindestfrist von 30 Kalendertagen (Amtsblatt der Europäischen Union), die erst nach Ablauf des vereinbarten Übergangszeitraums beginnt. Und ab dem 12. Januar 2027 (Amtsblatt der Europäischen Union) dürfen Anbieter für den Vollzug des Wechsels keine Wechselentgelte mehr erheben. Diese Zahlen ersetzen keine Rechtsberatung, geben dem Projekt aber einen Rahmen: Der Umzug ist ein Termin, kein offener Prozess.

  • Woche 0 – Bestandsaufnahme: Matrix füllen, Exporte testen, Freigaberollen und Anbindungen dokumentieren. Erst danach wird gekündigt.
  • Woche 1 – Kündigung und Abrufplan: Kündigung erklären, den Abrufzeitraum schriftlich bestätigen lassen, beim Altanbieter einen Ansprechpartner benennen lassen.
  • Woche 2 bis 4 – Aufbau: neue Wissensbasis importieren, kürzen und freigeben; Anbindungen einzeln verbinden; Einbindung auf einer Vorschauadresse testen.
  • Woche 5 – Doppelbetrieb: beide Systeme laufen, sichtbar ist nur eines. Das neue Fenster wandert schrittweise auf mehr Seiten.
  • Woche 6 – Umschaltung: Altskript entfernen, Weiterleitungen setzen, Altcookie streichen, die Abschaltung im Team ankündigen.
  • Woche 7 bis 10 – Abruf und Löschung: Restdaten innerhalb der Abruffrist holen, Löschbestätigung einholen, Zugänge entziehen.

Der Terminplan hat einen Haken, den man früh sehen sollte: Die Mindestfrist für den Datenabruf beginnt nach Ablauf des zwischen Ihnen und dem Anbieter vereinbarten Übergangszeitraums und nicht an dem Tag, an dem Ihr Team Zeit hat. Diesen Übergangszeitraum darf der Kunde einmal verlängern – wer das braucht, vereinbart es schriftlich, bevor die Uhr läuft. Legen Sie den Abruf deshalb an den Anfang und nicht ans Ende. Wo die Daten danach liegen und wer sie verarbeitet, gehört ebenfalls in den Plan – die Rahmenbedingungen dazu stehen unter Datenschutz und Hosting.

Der Umstieg ist die Gelegenheit, das Versprechen zu ändern

Ein Wechsel, der dieselben Antworten in ein anderes Fenster stellt, ist Aufwand ohne Ertrag. Nutzen Sie den Moment für die Frage, was der Assistent künftig verantworten soll: nur Auskunft geben, oder auch Terminanfragen aufnehmen, über eine Anbindung an Ihre Warenwirtschaft den Bestellstatus nennen, Anliegen strukturiert übergeben? Diese Entscheidung bestimmt den Bau stärker als jede technische Einzelheit, und sie lässt sich später nur mit erneutem Aufwand nachziehen. Worin sich ein eingekauftes Standardfenster und ein gebauter Assistent unterscheiden, steht im Beitrag Standardlösung oder eigener Assistent.

Doppelbetrieb: zwei Fenster, ein Kundendialog

Ein sauberer Umstieg braucht eine Phase, in der beide Systeme technisch verfügbar sind, sichtbar aber nur eines. Der Grund ist Messbarkeit: Solange das Alte noch antworten kann, lässt sich jede Abweichung des Neuen an einem echten Vergleich prüfen. Praktisch heißt Doppelbetrieb, dass Sie das neue Fenster zuerst auf wenigen Seiten zeigen, dann in einem Bereich, dann überall. In Zeiten mit hohem Aufkommen ist das besonders wichtig; wie sich Spitzen im Chat abfangen lassen, beschreibt der Beitrag zu den Anfragespitzen im Weihnachtsgeschäft. Entscheidend ist die Grenze: Zwei sichtbare Chatfenster auf derselben Seite sind kein Doppelbetrieb, sondern ein Fehler. Der Gast entscheidet dann selbst, welches er anspricht, und ein Teil der Gespräche landet in einem System, das in vier Wochen abgeschaltet wird.

Der Doppelbetrieb hat außerdem einen Preis, der auf der Seite selbst ankommt. Der Median einer Seite lädt bereits 83 (Web Almanac) Drittanbieter-Anfragen und 708 KB (Web Almanac) JavaScript, wovon 280 KB (Web Almanac) unkomprimiert gar nicht ausgeführt werden; die mittlere Blockierzeit auf dem Handy liegt bei 1.916 Millisekunden (Web Almanac). Unangenehm wird es auf Unterseiten: Bei der Reaktionsfähigkeit liegen Startseiten und Unterseiten 11 Prozentpunkte (Web Almanac) auseinander – und das Widget lädt in der Regel überall mit. Setzen Sie den Doppelbetrieb deshalb eng: festes Enddatum, eine Seitenliste je sichtbarem Fenster und ein täglicher Blick darauf, wo das Altskript noch lädt. Was passiert, wenn ein System im Übergang nicht antwortet, steht im Beitrag zu Rückfallebenen und Notbetrieb.

BestandteilUmstieg ohne PlanUmstieg mit Umzugsmatrix
WissensbasisExport erst nach der Kündigung versuchtExport vorher getestet, Lücken geschlossen
GesprächsverläufeBleiben beim Altanbieter liegenKennzahlen gesichert, Rohdaten nach Frist gelöscht
WidgetAltskript bleibt monatelang mitgeladenSkript und Cookie am Umschalttag entfernt
Alte AdressenFühren ins Leere, Suchmaschinen finden nichtsDirekt weitergeleitet, ohne Zwischenschritte
FreigabenSammelkonto, niemand fühlt sich zuständigNamentliche Rollen mit Vertretung
AbschaltungVertrag läuft aus Versehen weiterTermin, Löschbestätigung, Zugänge entzogen

Adressen, Weiterleitungen und die Sichtbarkeit danach

Viele Chatsysteme legen eigene Adressen an: eine Hilfeseite, ein Übergabeformular, gelegentlich eine Seite je Gesprächsverlauf. Eine Website haben 79,01 Prozent (Eurostat) der Unternehmen in der EU, der Wechsel berührt also in aller Regel eine bestehende, indexierte Seite. Der Leitfaden für Website-Umzüge ist an dieser Stelle deutlich: Weiterleitungen sollen so lange wie möglich bestehen bleiben, mindestens 1 Jahr (Google Search Central). Ketten aus mehreren Sprüngen sind gering zu halten, idealerweise höchstens 3 (Google Search Central). Und die Übernahme in den Index braucht Zeit: Für eine kleine bis mittlere Website dauert der Umzug der meisten Seiten einige Wochen (Google Search Central), bei größeren Beständen länger. Für den Umstieg heißt das: Die Weiterleitungen stehen am Umschalttag, nicht danach.

Der teuerste Teil eines Chatbot-Wechsels ist selten der neue Assistent. Es ist die Woche danach, in der niemand weiß, welche alte Adresse noch antwortet und welches Skript noch lädt.
Aus der Übernahme bestehender Chat-Assistenten

Der Umzug ist außerdem eine Gelegenheit, die Zählung neu aufzusetzen. Wer die Kennzahlen des Altsystems einfach fortschreibt, vergleicht zwei verschiedene Definitionen: Ein Gespräch, eine Sitzung und eine gelöste Anfrage sind in zwei Systemen selten dasselbe. Halten Sie deshalb vor der Umschaltung schriftlich fest, was künftig gezählt wird und ab wann die Reihe beginnt. Welche Auswertungen sich lohnen, steht unter Gesprächsanalyse.

Barrierefreiheit, Datenschutz und die Last im Browser

Ein neues Chatfenster wird an denselben Kriterien gemessen wie jedes andere Bedienelement. Für Text gilt ein Mindestkontrast von 4,5:1 (W3C); erreicht wird er selten – nur 31 Prozent (Web Almanac) der mobilen Seiten halten die Mindestwerte ein. Für einen Chat kommt hinzu: Antworten erscheinen nachträglich im Verlauf, und wer mit einem Vorleseprogramm arbeitet, erfährt davon nur bei entsprechender Auszeichnung. Lediglich 33 Prozent (Web Almanac) der Seiten nutzen überhaupt eine Auszeichnung für dynamisch nachgeladene Inhalte. Die Übergangsvorschrift des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes erlaubt es, Dienstleistungen bis zum 27. Juni 2030 (Bundesministerium der Justiz) weiter mit Produkten zu erbringen, die vor dem 28. Juni 2025 rechtmäßig im Einsatz waren – ein neu eingebautes Fenster fällt nicht darunter. Die Ausnahme für Kleinstunternehmen greift erst unterhalb von 10 Personen (Bundesministerium der Justiz) und zusätzlichen Umsatzschwellen. Was im Einzelnen geprüft wird, steht im Beitrag zum barrierefreien Assistenten.

Auf der Datenschutzseite laufen zwei Fristen unabhängig vom Projekt weiter. Auskunfts- und Löschverlangen sind unverzüglich zu beantworten, in jedem Fall aber innerhalb eines Monats (Amtsblatt der Europäischen Union) – auch dann, wenn die Daten gerade zwischen zwei Systemen liegen. Geht bei der Übertragung etwas schief, meldet der Verantwortliche das möglichst binnen 72 Stunden (Amtsblatt der Europäischen Union) der Aufsichtsbehörde. Beides spricht für eine einfache Regel: Solange der Umzug läuft, gibt es eine benannte Person, die weiß, in welchem System welcher Bestand liegt, und die im Zweifel Auskunft geben kann. Diese Rolle gehört in den Projektplan, nicht in eine Zuständigkeit, die sich im Verlauf ergibt.

Der Umstieg in acht Schritten

Der folgende Ablauf hat sich bei der Übernahme bestehender Assistenten bewährt. Er ist bewusst so geschnitten, dass jeder Schritt ein sichtbares Ergebnis hat: ein Dokument, eine Vorschauadresse, eine Bestätigung. Schritte ohne Ergebnis lassen sich nicht abnehmen und verschieben sich still nach hinten.

Vor der Umschaltung steht ein Testlauf mit echten Fragen aus dem Altsystem. Nehmen Sie die dreißig häufigsten Anfragen der letzten Monate, stellen Sie sie dem neuen Assistenten und vergleichen Sie die Antworten mit dem, was Ihr Fachteam sagen würde. Diese halbe Stunde deckt in der Regel mehr auf als eine lange Abnahmeliste, weil sie die Fälle trifft, die tatsächlich vorkommen. Wie sich ein solcher Testlauf strukturieren lässt, beschreibt der Beitrag zur Abnahme vor dem Livegang.

  • Umzugsmatrix füllen: fünf Bestandteile, drei Spalten, je Zeile eine verantwortliche Person
  • Exporte aus dem Altsystem testen, bevor die Kündigung erklärt wird
  • Vertragsfristen notieren: Kündigungsfrist, Übergangsfrist, Abrufzeitraum, Löschzusage
  • Neue Wissensbasis importieren, kürzen und freigeben – mit Datum und Namen je Eintrag
  • Anbindungen einzeln verbinden und einzeln prüfen, nicht gesammelt am Umschalttag
  • Doppelbetrieb mit Enddatum fahren und die Seitenliste je Fenster schriftlich führen
  • Am Umschalttag: Altskript entfernen, Altcookie streichen, Weiterleitungen setzen
  • Nach dem Umzug: Restdaten abrufen, Löschbestätigung einholen, Zugänge entziehen, Kennzahlen neu definieren

Liegt die Ausfuhr des Altsystems vor, lässt sich die Migrationsmatrix Zeile für Zeile füllen. Was davon in die neue Wissensbasis wandert und was besser neu geschrieben wird, zeigt sich an Ihrem eigenen Bestand; die Preise nennen, welches Paket den übernommenen Umfang trägt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ablösung eines bestehenden Chatbots?

Der Zeitplan hängt weniger am Bau als an den Fristen im Altvertrag. Die Kündigungsfrist zum Einleiten des Wechsels darf zwei Monate nicht überschreiten, die anschließende Übergangsfrist ist auf 30 Kalendertage gedeckelt, und für den Datenabruf bleiben mindestens 30 Kalendertage (Amtsblatt der Europäischen Union). Ist der Umzug technisch aufwendiger, teilt der Anbieter das binnen 14 Arbeitstagen mit und nennt einen Ersatztermin, der sieben Monate nicht überschreiten darf. In der Praxis planen wir für einen Assistenten mittlerer Größe sechs bis zehn Wochen von der Bestandsaufnahme bis zur Löschbestätigung; der Aufbau läuft parallel.

Können wir die alten Gesprächsverläufe mitnehmen?

Technisch häufig ja, sinnvoll ist es selten in voller Breite. Gesprächsverläufe enthalten personenbezogene Daten mit eigenen Löschfristen. Wertvoll sind die Auswertungen: häufigste Fragen, Abbruchstellen, Quote der Übergaben an Menschen. Diese Kennzahlen übernehmen wir, die Rohtexte in der Regel nicht. Wird ein Verlauf für einen laufenden Vorgang gebraucht, gehört er in Ihr Ticketsystem, nicht in den Chat. Auskunfts- und Löschverlangen sind übrigens innerhalb eines Monats zu beantworten (Amtsblatt der Europäischen Union), auch während des Umzugs.

Was passiert mit den alten Adressen und der Sichtbarkeit in Suchmaschinen?

Jede Adresse, die das Altsystem angelegt hat, bekommt eine Weiterleitung auf das nächstliegende neue Ziel. Diese Weiterleitungen sollen so lange wie möglich bestehen bleiben, mindestens 1 Jahr (Google Search Central), und sie zeigen direkt auf das Endziel; Ketten sind gering zu halten, idealerweise höchstens 3 (Google Search Central). Die Übernahme in den Index dauert einige Wochen, bei größeren Beständen länger. Praktisch heißt das: Die Weiterleitungen stehen am Tag der Umschaltung. Beurteilt wird die Abschaltung nicht daran, ob das Fenster verschwunden ist, sondern daran, ob die alten Adressen zuverlässig ankommen.

Merken unsere Kundinnen und Kunden den Wechsel?

Bei einem geplanten Umstieg merken sie vor allem, dass die Antworten besser passen. Sichtbar wird der Wechsel an drei Stellen: Aussehen des Fensters, Formulierung der Begrüßung und Einwilligungsschicht, die neu bestätigt werden muss. Alle drei lassen sich ankündigen. Sofort bemerkt wird dagegen ein Bruch: zwei Chatfenster gleichzeitig, eine tote Hilfeadresse oder ein Assistent, der eine frühere Zusage nicht kennt. Genau dagegen ist der Doppelbetrieb da. Für Zeiten mit hohem Aufkommen gehört ein Puffer in den Terminplan.

Was kostet ein Wechsel, und wer trägt die Ausstiegskosten?

Der Aufwand teilt sich in drei Blöcke: Bestandsaufnahme, Aufbau des neuen Assistenten und Aufräumarbeit nach der Umschaltung. Bei den Ausstiegskosten hat sich die Lage verbessert: Ab dem 12. Januar 2027 dürfen Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten für den Vollzug des Anbieterwechsels keine Wechselentgelte mehr erheben (Amtsblatt der Europäischen Union). Bis dahin lohnt der Blick in den Vertrag, ob Export, Abruf oder Löschung gesondert berechnet werden. Wie wir kalkulieren, steht unter Preise; den Umfang halten wir vorher schriftlich fest.

Woran erkennen wir, dass der neue Assistent besser passt?

An einem Vergleich, der vor der Umschaltung definiert wird. Sinnvoll sind vier Größen: der Anteil der Gespräche mit einer verwertbaren Antwort, der Anteil der Übergaben an Menschen, die Zahl der Anfragen, die zu einem Vorgang führen, und die Ladelast, die das Fenster auf der Seite erzeugt. Die letzte wird oft vergessen, obwohl sie messbar ist: Der Median einer Seite trägt bereits 708 KB JavaScript (Web Almanac). Legen Sie die vier Größen vor dem Umstieg fest und messen Sie eine Woche vorher und eine nachher. Ohne Vorher-Wert bleibt jede spätere Aussage eine Vermutung. Über Kontakt setzen wir die Messreihe mit Ihnen auf.

Wie kommt der Assistent auf Ihre Website?

Die Seite zur Integration zeigt, wie das Widget mit einem kurzen Snippet in Website, CMS oder Shop kommt und im Design Ihrer Seite erscheint.

Anfrage in drei Schritten

  1. 1. Anliegen
  2. 2. Ihr Fall
  3. 3. Kontakt

Worum geht es?

Ein Klick genügt, alles Weitere ist freiwillig.

Erzählen Sie kurz von Ihrem Fall

Alle Angaben in diesem Schritt sind freiwillig. Sie helfen uns, gleich mit etwas Konkretem zu antworten statt mit Rückfragen.

Anfragen im Monat, ungefähr (optional)
Wann soll es losgehen? (optional)
Wie erreichen wir Sie?

Name und E-Mail-Adresse genügen. Wir antworten persönlich.

Wir verwenden Ihre Angaben, um Ihre Anfrage zu bearbeiten. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.