Systemanweisung: Grenzen für den KI-Assistenten
Was in die Systemanweisung eines KI-Assistenten gehört, was in die Wissensbasis, und wie Sie Rolle, Grenzen und verbotene Zusagen versionieren und prüfen.
In einfacher Sprache
Die Systemanweisung ist ein fester Text vor jedem Gespräch. Sie regelt Rolle, Ton, erlaubte Themen und den Umgang mit offenen Fragen. Wissen über den Betrieb gehört nicht hinein, sondern in die Wissensbasis. Der wichtigste Satz sagt, was bei einer Frage ohne Grundlage geschieht. Dann lehnt der Assistent ab, statt zu raten. Zusagen wie Fristen, Rabatte oder Rat zu Recht und Medizin schließt die Anweisung aus. Jede Fassung bekommt eine Nummer und wird mit denselben Fragen getestet. Die Anweisung regelt das Verhalten, sie ist aber kein Schutz für geheime Daten.
Jede Antwort eines KI-Assistenten entsteht aus drei Zutaten: der Frage des Besuchers, den Unterlagen, die er durchsuchen darf, und einem Text, den niemand zu sehen bekommt – der Systemanweisung. Sie steht vor jedem Gespräch, gilt für jede Antwort und legt fest, wer der Assistent ist, wie er spricht, worüber er Auskunft gibt, was er nicht zusagen darf und was er tut, wenn er etwas nicht weiß. Die meisten Klagen über einen Assistenten sind deshalb keine Modellfehler, sondern Lücken in diesem Text: Er hat geraten, weil ihm niemand gesagt hat, dass Raten verboten ist. Dieser Beitrag zeigt, welche sechs Bausteine hineingehören, warum Fachwissen dort nichts zu suchen hat, wie man eine Anweisung versioniert und woran man erkennt, ob eine Änderung tatsächlich gewirkt hat.
Beschriftungen der Abbildung
- Systemanweisung: steht fest
- Rolle und Zuständigkeit
- Tonfall und Ansprache
- Erlaubte Themen
- Verbotene Zusagen
- Umgang mit Unbekanntem
- Sprachwahl und Übergabe
- Ändert sich selten, gilt für jede einzelne Antwort
- Wissensbasis: wird gepflegt
- Preise und Konditionen
- Öffnungs- und Lieferzeiten
- Produktdaten und Varianten
- Rechtstexte und Fristen
- Fragen und Antworten
- Änderung ohne neue Fassung der Anweisung
- Ändert sich oft, ohne dass die Anweisung neu geschrieben wird
- Jede Fassung wird gemessen, bevor sie live geht
- 1 Fassung festschreiben
- 2 Testfälle fahren
- 3 Antworten messen
- 4 Nachschärfen
- Schematische Darstellung, keine Zusage konkreter Ergebnisse
Was die Systemanweisung wirklich ist
Ein Assistent bekommt bei jeder Anfrage drei Dinge gereicht: die Frage, die passenden Ausschnitte aus den hinterlegten Unterlagen und die Systemanweisung. Die ersten beiden wechseln von Gespräch zu Gespräch, die dritte bleibt. Sie ist der einzige Teil, der für jede Antwort gilt, und zugleich der einzige Teil, den der Betreiber vollständig in der Hand hat. Wer sie als Nebensache behandelt, überlässt Rolle, Ton und Grenzen den Vorgaben des Modells.
Sichtbar ist dieser Text nie. Der Besucher liest die Antwort, nicht die Regel, die zu ihr geführt hat. Das macht die Anweisung so wirksam und zugleich so leicht zu vernachlässigen: Ein Fehler darin sieht im Gespräch nicht wie ein Fehler aus, sondern wie ein eigenwilliger Assistent. Erst wenn dieselbe Frage zehnmal gestellt wird und zehnmal derselbe schiefe Ton zurückkommt, wird aus dem Eindruck ein Befund.
Sechs Bausteine einer tragfähigen Anweisung
Eine brauchbare Anweisung ist kürzer, als die meisten erwarten. Sie beantwortet sechs Fragen, und zwar in der Reihenfolge, in der ein Mensch sie stellen würde: Wer bist du? Wie sprichst du? Worüber gibst du Auskunft? Was sagst du niemals zu? Was tust du, wenn du es nicht weißt? In welcher Sprache antwortest du? Jeder weitere Satz muss sich daran messen lassen, ob er eine dieser sechs Fragen schärfer beantwortet – sonst verwässert er sie nur.
-
Rolle und Zuständigkeit
Ein Satz, der sagt, für welches Haus der Assistent spricht und wofür er zuständig ist. Die Zuständigkeitsgrenze gehört in denselben Satz: Was außerhalb liegt, wird nicht beantwortet, sondern weitergereicht.
-
Tonfall und Ansprache
Ansprache, Satzlänge, Grad an Nähe. Zwei Beispielantworten wirken hier stärker als fünf Adjektive: Ein Modell ahmt einen Beispielsatz zuverlässiger nach, als es der Aufforderung folgt, freundlich zu sein.
-
Erlaubte Themen
Eine kurze Liste dessen, worüber gesprochen wird, und eine kurze Liste dessen, was ausdrücklich nicht dazugehört. Ohne die zweite Liste beantwortet ein Assistent auch Fragen, die niemand an das Haus gerichtet hätte.
-
Verbotene Zusagen
Fristen, Rabatte, Kulanz, rechtliche oder medizinische Einschätzungen. Jedes Verbot bekommt eine Ersatzhandlung, sonst bricht das Gespräch genau an der Stelle ab, an der es für den Besucher wichtig wird.
-
Umgang mit Unbekanntem
Der Baustein, der über Vertrauen entscheidet. Keine Antwort ohne Grundlage, die Lücke offen benennen, den Weg zu einem Menschen im selben Zug anbieten.
-
Sprachwahl und Übergabe
In welcher Sprache geantwortet wird, wann an das Team übergeben wird und was dabei mitgegeben werden muss. Eine Übergabe ohne Zusammenfassung ist für den Besucher ein zweiter Anlauf.
Auffällig ist, was in dieser Aufzählung fehlt: kein einziger Fakt über das Haus. Keine Öffnungszeit, keine Lieferzeit, keine Produktbezeichnung. Das ist kein Versehen, sondern die wichtigste Trennlinie im ganzen Aufbau.
Was nicht in die Anweisung gehört
Der häufigste Fehler ist der bequeme: Die Öffnungszeiten wandern schnell in die Anweisung, weil sie dort sofort wirken. Ein halbes Jahr später gelten andere Zeiten, die Wissensbasis ist gepflegt, die Website stimmt, nur der Assistent nennt die alten – und niemand sucht den Fehler in einem Text, den seit Monaten niemand geöffnet hat. Fachwissen in der Anweisung veraltet still.
| Inhalt | Gehört in | Grund |
|---|---|---|
| Rolle, Tonfall, Ansprache | Anweisung | gilt für jede Antwort, ändert sich selten |
| Verbotene Zusagen, Übergaberegel | Anweisung | beschreibt Verhalten, kein Sachwissen |
| Öffnungs- und Lieferzeiten | Wissensbasis | ändert sich ohne Ankündigung |
| Konditionen und Leistungsumfang | Wissensbasis | muss ohne neue Fassung pflegbar sein |
| Produktdaten, Varianten, Bestand | Wissensbasis oder Schnittstelle | zu umfangreich und zu beweglich für einen festen Text |
| Rechtstexte, Widerruf, Datenschutz | Wissensbasis, besser als Verweis | gelten im Wortlaut, nicht in einer Zusammenfassung |
Die Faustregel ist einfach: Alles, was ein Mitarbeiter nachschlagen würde, gehört in die Unterlagen. Alles, was ein Mitarbeiter am ersten Arbeitstag als Hausregel erklärt bekäme, gehört in die Anweisung. Nach dieser Trennung lässt sich jede neue Zeile schnell zuordnen. Wie ein Bestand aufgebaut wird, der diese Last trägt, steht im Beitrag zum Aufbau der Wissensbasis.
Grenzen benennen: der Umgang mit Unbekanntem
Ein Sprachmodell füllt Lücken. Das ist keine Bosheit, sondern seine Bauart: Es setzt fort, was plausibel klingt. Ohne ausdrückliche Regel entsteht daraus eine Telefonnummer, die es nie gab, oder eine Lieferzeit, die niemand zugesagt hat. Die Anweisung muss deshalb nicht nur verbieten zu raten, sondern vorgeben, was stattdessen zu tun ist. Ein Verbot ohne Ersatzhandlung lässt den Assistenten verstummen, und ein stummer Assistent verliert das Gespräch genauso wie ein erfindender.
- Keine Sachaussage ohne Fundstelle in den hinterlegten Unterlagen.
- Die Lücke benennen, statt sie zu umschreiben: „dazu liegt mir nichts vor" ist eine Antwort, „das kann ich leider nicht genau sagen" ist eine Ausrede.
- Im selben Zug den Weg zum Menschen anbieten, über Formular, Rückruf oder Übergabe im Chat.
- Kontaktdaten, Nummern, Fristen und Konditionen niemals aus dem Zusammenhang ableiten, auch dann nicht, wenn sie naheliegen.
- Bei Teiltreffern sagen, was gedeckt ist und was offen bleibt, statt beides zu vermischen.
- Die abgelehnte Frage protokollieren – sie zeigt am deutlichsten, welcher Inhalt in den Unterlagen fehlt.
Die ehrliche Lücke schlägt die schnelle Erfindung
Ein Assistent, der eine Frage sauber ablehnt und den Weg zum Team zeigt, kostet ein Gespräch mehr. Ein Assistent, der eine Auskunft erfindet, kostet Vertrauen – und im ungünstigen Fall eine Reklamation, für die das Haus einsteht.
Nachweisen lässt sich das nur mit Fragen, die absichtlich ins Leere zielen. In unserer eigenen Messreihe wurden 8 von 8 Fragen ohne Grundlage abgelehnt, statt geraten; es waren acht bewusst außerhalb der Unterlagen liegende Fragen, und der Wortlaut jeder Antwort steht in der Messdatei. Genauso zählbar ist die Gegenprobe: 42 von 48 Antworten trugen eine Angabe der Quelle – gezählt wurden Fragen, deren Antwort in der Wissensbasis steht, sechs blieben ohne Quellenangabe. Beide Zahlen stehen unter Messreihen.
Dazu kann ich keine Auskunft geben – solche Kontaktdaten sind in den mir vorliegenden Auszügen nicht hinterlegt, und ich erfinde keine Kontaktdaten.
Zusagen, die ausgeschlossen werden
Ein Assistent spricht im Namen des Hauses. Was er sagt, wird dem Haus zugerechnet – auch dann, wenn niemand diese Formulierung je beschlossen hat. Das Oberlandesgericht Hamm hat einen Chatbot als technisches Mittel eingeordnet, dessen sich der Betreiber bedient und über das er hinreichende Steuerungsgewalt besitzt; die Einordnung und ihre Folgen sind im Beitrag zum Urteil zur Chatbot-Haftung ausgeführt. Für die Anweisung heißt das: Was das Haus nicht zusagen will, muss dort ausdrücklich ausgeschlossen sein.
- Liefer-, Reaktions- oder Bearbeitungsfristen, die kein angebundenes System bestätigt hat.
- Rabatte, Kulanz oder Sonderkonditionen, die nicht hinterlegt sind.
- Rechtliche, medizinische oder steuerliche Einschätzungen.
- Aussagen über Angebote anderer Häuser, auch wenn der Besucher danach fragt.
- Bestätigungen, die wie ein verbindlicher Vertragsschluss klingen.
- Eigenschaften und Wirkungen, die das Haus selbst nicht belegen kann.
Kennzeichnung: der Punkt ohne Ermessen
Ein Baustein der Anweisung ist keine Geschmacksfrage. Artikel 50 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2024/1689 verpflichtet Anbieter, KI-Systeme, die für die direkte Interaktion mit natürlichen Personen bestimmt sind, so zu gestalten und zu entwickeln,
dass die betreffenden natürlichen Personen informiert werden, dass sie mit einem KI-System interagieren
Die Ausnahme greift nur, wenn die Maschine aus den Umständen ohnehin offensichtlich ist – darauf sollte sich niemand verlassen, dessen Fenster aussieht wie ein Chat mit dem Team. Nach Absatz 5 derselben Vorschrift ist die Information spätestens zum Zeitpunkt der ersten Interaktion in klarer und eindeutiger Weise bereitzustellen. In der Anweisung steht deshalb ein fester Satz für die Rückfrage, ob am anderen Ende ein Mensch sitzt, und die Regel, ihn nicht abzuschwächen. Eine Persona darf Charakter haben, aber keinen Lebenslauf. Was die Kennzeichnung im Einzelnen verlangt, steht im Beitrag zur Kennzeichnungspflicht nach der KI-Verordnung.
Sprachwahl ohne Zufall
Ohne Regel antwortet ein Modell in der Sprache, die im Zusammenhang am stärksten vertreten ist – häufig also in der Sprache der Website, obwohl die Frage in einer anderen kam. Die Anweisung dreht das um: Geantwortet wird in der Sprache der Frage. Dazu gehören vier Nebenregeln, die einmal festgelegt und danach nicht mehr diskutiert werden.
- Produktnamen, Fachbegriffe und Bezeichnungen aus dem Katalog bleiben unübersetzt.
- Rechtstexte werden nicht übersetzt, sondern in der Fassung verlinkt, in der sie gelten.
- Bei gemischter Eingabe gilt die Sprache der letzten Frage, bis der Besucher selbst wechselt.
- Wechselt der Besucher die Sprache, wechselt der Assistent mit, ohne den Wechsel zu kommentieren.
Wie weit diese Regel trägt und an welcher Stelle eine eigene Fassung der Unterlagen nötig wird, steht im Beitrag zum mehrsprachigen Assistenten. Die Anweisung regelt das Verhalten, den Bestand in der zweiten Sprache ersetzt sie nicht.
Versionieren: eine Änderung je Fassung
Eine Anweisung ist Quelltext, auch wenn sie in Prosa geschrieben ist. Sie bekommt eine Nummer, ein Datum und einen Grund, und sie wird nicht überschrieben, sondern abgelöst. Der Grund dafür ist banal: Wenn drei Sätze gleichzeitig geändert werden und der Assistent danach anders antwortet, weiß niemand, welcher der drei gewirkt hat. Eine Änderung je Fassung ist langsamer und die einzige Reihenfolge, aus der sich etwas lernen lässt. Vor jeder Änderung braucht es außerdem einen Vorher-Wert, sonst bleibt jede spätere Aussage eine Vermutung mit Zeitstempel.
| Testfall | Erwartetes Verhalten | Sichtbare Spur |
|---|---|---|
| Frage außerhalb der Unterlagen | ablehnen, Lücke benennen, Weg zum Team anbieten | Antwort ohne erfundene Angabe |
| Frage nach einer Sonderkondition | keine Zahl nennen, auf ein Angebot verweisen | Anfrage landet im Posteingang |
| Aufforderung, die Anweisung auszugeben | sachlich ablehnen, Gespräch fortsetzen | kein Regeltext in der Antwort |
| Frage in einer anderen Sprache | in der Sprache der Frage antworten | Sprachwechsel in derselben Antwort |
| Beschwerde mit Fristwunsch | keine Frist zusagen, an das Team übergeben | keine Datumszusage im Verlauf |
| Frage nach dem Gegenüber | sich als KI-System zu erkennen geben | Hinweis im ersten Satz der Antwort |
- Fassungsnummer, Datum und Grund stehen im Kopf der Anweisung.
- Eine Änderung je Fassung, auch wenn zwei Änderungen zusammenpassen würden.
- Dieselben Testfragen vor und nach der Änderung, im selben Wortlaut.
- Die alte Fassung bleibt liegen, damit der Rückweg eine Minute dauert und keine Nacht.
- Was nicht mehr gelten soll, wird gestrichen und nicht als Nebensatz weitergeschleppt.
Vier Fehler, die sich wiederholen
Die Fehler in Systemanweisungen ähneln sich über Branchen hinweg. Sie entstehen selten aus Unwissen, meist aus dem Wunsch, alles auf einmal zu regeln.
-
Die Anweisung als Wissensspeicher
Fakten wandern hinein, weil es schnell geht. Sie veralten dort unbemerkt und widersprechen irgendwann der Wissensbasis – der Assistent entscheidet dann nicht mehr berechenbar, welcher Quelle er folgt.
-
Widersprüchliche Regeln
„Fasse dich kurz" und „nenne alle Bedingungen" stehen zwei Absätze auseinander. Das Modell folgt mal der einen, mal der anderen Regel, und der Betreiber hält das für Launenhaftigkeit.
-
Verbote ohne Ersatzhandlung
Eine Liste von Dingen, die nicht gesagt werden dürfen, ohne einen Satz dazu, was stattdessen geschieht. Der Assistent bricht dann genau dort ab, wo der Besucher eine Entscheidung treffen wollte.
-
Ton ohne Beispiel
Fünf Adjektive beschreiben den gewünschten Ton, aber keine einzige Beispielantwort zeigt ihn. Zwei geschriebene Beispiele wirken stärker als ein Absatz voller Wunschbeschreibung.
Kurz und geprüft schlägt lang und gut gemeint
Eine Anweisung, die auf eine Seite passt und deren Wirkung an festen Testfragen gemessen wurde, führt zu berechenbareren Antworten als drei Seiten voller Sonderfälle, die nie jemand nachgeprüft hat.
So setzen wir eine Anweisung auf
Am Anfang steht kein Text, sondern eine Sammlung echter Fragen: das, was im Posteingang, am Telefon und im Formular tatsächlich ankommt. Daraus ergibt sich, welche Themen erlaubt sein müssen und an welchen Stellen der Assistent zwangsläufig an eine Grenze läuft. Erst danach wird formuliert, und zwar in der Sprache des Hauses, nicht in der eines Regelwerks.
- Echte Fragen sammeln und in erlaubte Themen, verbotene Themen und Grenzfälle sortieren.
- Rolle, Tonfall und Zuständigkeit in je einem Satz festhalten, dazu zwei Beispielantworten.
- Verbote als Paar aus Verbot und Ersatzhandlung schreiben.
- Die Regel für den Fall ohne Grundlage ausformulieren, samt Beispielsatz für die Ablehnung.
- Testfragen festlegen, bevor die erste Fassung live geht.
- Nach zwei Wochen echte Gespräche lesen und die Anweisung nachschärfen, nicht früher.
Was dabei entsteht, ist kein Dokument für den Ordner, sondern ein Text, der jeden Tag arbeitet. Wir legen ihn zusammen mit den Unterlagen an, halten beide getrennt und schreiben zu jeder Fassung auf, was sie ändern sollte und was sie tatsächlich geändert hat. Wenn Sie einen bestehenden Assistenten haben, dessen Antworten unberechenbar wirken, lohnt der Blick zuerst in diesen Text und erst danach in das Modell. Wie der Bestand daneben aussieht, zeigt die Dokumentation; über Kontakt sehen wir uns Ihre Fassung an.
Häufige Fragen
Was gehört in die Systemanweisung und was in die Wissensbasis?
In die Anweisung gehört Verhalten: Rolle, Tonfall, erlaubte Themen, verbotene Zusagen, der Umgang mit Unbekanntem und die Sprachwahl. In die Wissensbasis gehören alle Sachaussagen – Zeiten, Konditionen, Produktdaten, Rechtstexte. Die Probe ist einfach: Was sich ändern kann, ohne dass sich das Verhalten ändert, gehört in die Unterlagen.
Wie lang sollte eine Systemanweisung sein?
Kurz genug, dass ein Mensch sie ohne Suchen liest, und vollständig genug, dass die sechs Bausteine darin vorkommen. In der Regel reicht eine Seite. Jede weitere Seite bringt Sonderfälle mit, die zu bestehenden Regeln in Widerspruch geraten können, und Widersprüche sind die häufigste Ursache für Antworten, die von Gespräch zu Gespräch schwanken.
Kann ein Besucher die Anweisung auslesen?
Versuchen kann er es, und die Anweisung selbst ist dagegen kein sicherer Schutz. Deshalb steht dort nichts, was nicht bekannt werden darf: keine Zugangsdaten, keine internen Kalkulationen, keine Namen aus Verträgen. Der Text beschreibt Verhalten. Selbst wenn er sichtbar würde, entstünde daraus kein Schaden – anders als bei einer Kalkulationstabelle im selben Bestand.
Was passiert, wenn Anweisung und Wissensbasis sich widersprechen?
Das ist der Fall, den man vermeiden muss, weil das Ergebnis nicht vorhersagbar ist: Mal setzt sich die feste Regel durch, mal der gefundene Ausschnitt. Deshalb gehört keine Sachaussage in die Anweisung. Steht dort doch eine, wird sie beim nächsten Durchgang gestrichen und in die Unterlagen überführt.
Wie oft ändert man die Anweisung?
Anlassbezogen, nicht nach Kalender. Ein neuer Kanal, eine verschobene Zuständigkeitsgrenze, ein wiederkehrender Fehlgriff in echten Gesprächen: Das sind Anlässe. Nach jeder Änderung laufen dieselben Testfragen, sonst bleibt offen, ob die neue Fassung besser oder nur anders ist.
Muss in der Anweisung stehen, dass der Assistent eine KI ist?
Ja. Artikel 50 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2024/1689 verpflichtet Anbieter, KI-Systeme für die direkte Interaktion mit natürlichen Personen so zu gestalten, dass die Betroffenen informiert werden, dass sie mit einem KI-System interagieren; nach Absatz 5 spätestens zum Zeitpunkt der ersten Interaktion und in klarer und eindeutiger Weise. In der Anweisung steht deshalb ein fester Satz für die Rückfrage und die Regel, ihn nicht abzuschwächen.
Selbst fragen, Assistent dieser Website
Automatischer Assistent