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Telefon entlasten: Anrufe, die der Chat klärt

Welche Anrufe reine Auskunft sind, wie Sie die Anrufgründe erheben, den Chat darauf ausrichten, den Rückgang belegen und warum die Nummer sichtbar bleibt.

In einfacher Sprache

Viele Anrufe sind reine Auskunft, etwa zu Öffnungszeiten, Anfahrt oder dem Stand einer Sache. Solche Fragen brauchen eine sichere Quelle, die man leicht findet. Zählen Sie zuerst, warum Kunden anrufen. Eine Strichliste am Telefon sagt mehr als jede Vermutung. Am heikelsten ist die Frage nach dem Preisrahmen. Der Rahmen muss stimmen und darf nicht wie eine Zusage klingen. Ob weniger Anrufe kommen, zeigt erst ein Vergleich über gleich lange Zeiträume. Die Telefonnummer bleibt gut sichtbar, damit der Weg zum Menschen offen ist.

13 Min. Lesezeit Von XICBOT

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Ein Telefon, das ständig klingelt, sieht nach Nachfrage aus. Sieht man sich an, warum es klingelt, ist ein großer Teil davon etwas anderes: Menschen, die eine einzelne Auskunft brauchen und keinen schnelleren Weg gefunden haben, an sie heranzukommen. Wann haben Sie auf? Wo kann ich parken? Ist meine Sache schon fertig? Was kostet so etwas ungefähr? Das sind vier Fragen, für die niemand ein Gespräch führen möchte, und die trotzdem jeden Werktag Leitungen belegen und eine Mitarbeiterin aus der Arbeit reißen. Dieser Beitrag beschreibt, wie Sie die tatsächlichen Anrufgründe einmal sauber erheben, den Chat genau darauf ausrichten, den Rückgang belastbar messen statt ihn zu behaupten - und warum die Telefonnummer danach trotzdem gut sichtbar stehen bleibt.

Anrufe, die der Chat vorher beantwortet
Anrufe, die der Chat vorher beantwortetVon der Strichliste am Apparat bis zum belegten Rückgang der Anrufe1. Anrufgründe erhebenZwei volle Wochen StrichlisteEin Strich je Anruf, ein GrundUhrzeit grob, keine NamenNicht angenommene mitzählenListe datieren und aufheben2. Der Chat beantwortetÖffnungszeitenmit Feiertagen und AusnahmenAnfahrt und Parkenaus einer gepflegten QuelleBearbeitungsstandje Vorgang, erst nach NachweisPreisrahmenSpanne mit Stand, nie als Zusage3. Am Telefon bleibtBeschwerde und ÄrgerKulanz, Nachlass, AusnahmeFälle mit GewichtUnsortierte SachverhalteWunsch nach einem MenschenNachschlagen kann die Technik,entscheiden bleibt beim Menschen4. Den Rückgang belegen, nicht behauptenVergleichszeitraumVier Wochen davor gegen vierWochen danach, gleiche TageZwei Zahlen, nicht eineAnrufmenge und Dauer stehennebeneinander, nicht alleinStörgrößen nennenFerien, Werbung, Ausfallgehören in dieselbe TabelleDie Nummer bleibt sichtbar: der Chat nimmt Anrufe ab, er ersetzt den Weg nicht
Von der Strichliste am Apparat bis zum belegten Rückgang der Anrufe
Beschriftungen der Abbildung
  • 1. Anrufgründe erheben
  • Zwei volle Wochen Strichliste
  • Ein Strich je Anruf, ein Grund
  • Uhrzeit grob, keine Namen
  • Nicht angenommene mitzählen
  • Liste datieren und aufheben
  • 2. Der Chat beantwortet
  • Öffnungszeiten
  • mit Feiertagen und Ausnahmen
  • Anfahrt und Parken
  • aus einer gepflegten Quelle
  • Bearbeitungsstand
  • je Vorgang, erst nach Nachweis
  • Preisrahmen
  • Spanne mit Stand, nie als Zusage
  • 3. Am Telefon bleibt
  • Beschwerde und Ärger
  • Kulanz, Nachlass, Ausnahme
  • Fälle mit Gewicht
  • Unsortierte Sachverhalte
  • Wunsch nach einem Menschen
  • Nachschlagen kann die Technik,
  • entscheiden bleibt beim Menschen
  • 4. Den Rückgang belegen, nicht behaupten
  • Vergleichszeitraum
  • Vier Wochen davor gegen vier
  • Wochen danach, gleiche Tage
  • Zwei Zahlen, nicht eine
  • Anrufmenge und Dauer stehen
  • nebeneinander, nicht allein
  • Störgrößen nennen
  • Ferien, Werbung, Ausfall
  • gehören in dieselbe Tabelle
  • Die Nummer bleibt sichtbar: der Chat nimmt Anrufe ab, er ersetzt den Weg nicht

Anrufe, die der Chat vorher beantwortet

Welche Anrufe eigentlich keine Gespräche sind

Ein Anruf ist teuer, weil er zwei Menschen gleichzeitig bindet. Das ist gerechtfertigt, wenn etwas besprochen, eingeordnet oder entschieden werden muss. Ein großer Teil der eingehenden Anrufe erfüllt diese Bedingung nicht: Es wird nichts besprochen, sondern etwas nachgeschlagen. Der Anrufer hätte dieselbe Information lieber selbst gelesen, hat sie aber nicht gefunden, hat ihr nicht getraut oder wollte sie kurz bestätigt bekommen. Das Telefon ist in diesen Fällen kein Kanal, sondern ein Notausgang aus einer Website, die eine Antwort schuldig geblieben ist.

Der Unterschied ist wichtig, weil er die Reihenfolge der Arbeit bestimmt. Wer das Anrufaufkommen senken will, sucht nicht nach einem Weg, Anrufer abzuweisen, sondern nach den Auskünften, die vorher fehlten. Jede dieser Auskünfte hat eine Quelle, die es im Betrieb bereits gibt - einen Kalender, eine Adresse, ein Auftragssystem, eine Preisliste. Der Chat erfindet nichts davon. Er macht es erreichbar, in dem Moment, in dem jemand sonst zum Hörer greifen würde.

AnrufgrundWas der Anrufer brauchtWo die Antwort bereits liegt
ÖffnungszeitenEinen Satz mit Tag und UhrzeitKalender samt Feiertagen und Ausnahmen
Anfahrt und ParkenEine Wegbeschreibung, oft aus einer RichtungAdresse, Zufahrt, Parkhinweis, stufenloser Zugang
BearbeitungsstandDen Stand zu genau einem VorgangDas System, das den Vorgang führt
PreisrahmenEine Größenordnung, um weiterzuplanenPreisliste oder hinterlegte Spanne mit Stand
ZuständigkeitDen richtigen Menschen oder StandortStandortliste, Sprechzeiten, Vertretungsregel

Die Anrufgründe einmal erheben, statt sie zu vermuten

Fast jeder Betrieb glaubt zu wissen, warum das Telefon klingelt, und fast jede Erhebung verschiebt dieses Bild. Der Grund ist einfach: Erinnert wird der anstrengende Anruf, gezählt werden muss der häufige. Zwei Wochen genügen, um aus der Vermutung eine Grundlage zu machen, und es braucht dafür weder ein Projekt noch neue Technik. Ein Blatt neben jedem Apparat, ein Strich je Anruf, daneben der Grund in zwei bis drei Wörtern. Wer die Anlage auswerten kann, nimmt zusätzlich die Uhrzeit und die Dauer dazu - beide sagen später mehr als die reine Menge.

  • Zwei volle Wochen zählen, keine Stichprobe an drei Tagen. Montagvormittag und Freitagnachmittag sind verschiedene Betriebe.
  • Je Anruf genau ein Grund in eigenen Worten. Nicht vorsortieren, das Sortieren kommt am Ende.
  • Uhrzeit grob notieren, in Halbstundenschritten reicht. Daraus wird später die Frage, welche Anrufe außerhalb der Bürozeiten entstanden wären.
  • Anrufe mitzählen, die niemand angenommen hat. Sie sind der Teil des Aufkommens, den die Erinnerung zuverlässig unterschlägt.
  • Am Ende zusammenfassen und die vier bis sechs häufigsten Gründe festhalten. Der lange Rest ist kein Fall für die erste Ausbaustufe.
  • Die Liste datieren und aufheben. Ohne sie gibt es später keinen Vergleichszeitraum und damit keinen belegbaren Rückgang.

Diese Strichliste ist bewusst ein Papier und keine Gesprächsaufzeichnung. Sobald man beginnt, Namen, Rufnummern oder Gesprächsinhalte festzuhalten, entsteht eine Verarbeitung personenbezogener Daten, die einen Zweck, eine Rechtsgrundlage und eine Löschfrist braucht - für eine Frage, die sich mit anonymen Strichen genauso gut beantworten lässt. Die Datenschutz-Grundverordnung formuliert diesen Grundsatz knapp.

dem Zweck angemessen und erheblich sowie auf das für die Zwecke der Verarbeitung notwendige Maß beschränkt sein („Datenminimierung“)
Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe c

Vier Auskünfte, die kein Telefonat brauchen

In fast allen Erhebungen, die wir gesehen haben, stehen dieselben vier Gründe weit oben. Sie sind nicht deshalb häufig, weil die Website schlecht wäre, sondern weil sie alle dieselbe Eigenschaft haben: Die Antwort hängt an einem Detail, das eine allgemeine Seite nicht kennt. Der Feiertag, die Fahrtrichtung, der einzelne Vorgang, der besondere Zuschnitt. Genau an dieser Stelle ist ein Assistent im Vorteil, weil er nachfragen darf, bevor er antwortet.

  • Öffnungszeiten

    Gefragt wird selten die Regel, fast immer die Ausnahme: der Feiertag, der Brückentag, der verkürzte Samstag, die Betriebsferien. Ein Assistent, der nur die Regel kennt, erzeugt genau die Anrufe, die er abnehmen sollte. Die Quelle ist deshalb ein gepflegter Kalender, nicht ein Satz im Seitenfuß.

  • Anfahrt und Parken

    Die Frage lautet fast nie „wo sind Sie“, sondern „wie komme ich von dort zu Ihnen und wo stelle ich das Auto ab“. Zufahrt, Hofeinfahrt, Besucherplätze, stufenloser Zugang und die Haltestelle gehören deshalb in die Wissensbasis, nicht nur die Postanschrift.

  • Bearbeitungsstand

    Der häufigste dringliche Anruf gilt einem einzigen Vorgang: Ist es fertig, ist es raus, ist es angekommen. Das ist reines Nachschlagen - allerdings erst, nachdem der Assistent weiß, wem der Vorgang gehört. Ohne Nachweis nennt er keinen Stand, auch nicht bestätigend.

  • Preisrahmen

    Wer nach dem Preis fragt, will meist wissen, ob sich das weitere Gespräch lohnt. Eine Spanne mit Stand und Bedingungen beantwortet das, ein Schweigen nicht. Zugleich ist es die Auskunft, bei der eine unsaubere Formulierung am schnellsten in eine Zusage kippt.

Allen vier gemeinsam ist, dass ihr Wert an der Quelle hängt und nicht am Assistenten. Eine falsche Feiertagsregel wird im Chat nicht besser als auf der Seite, sie wird nur schneller verteilt. Bevor eine dieser Auskünfte in die Automatik geht, gehört deshalb geklärt, wer die Quelle pflegt und woran man erkennt, dass sie veraltet ist. Wie das im Betrieb aussieht, beschreibt der Beitrag zur Wissensbasis im Detail.

Der Preisrahmen: die Auskunft mit dem größten Risiko

Von den vier Auskünften ist der Preisrahmen die einzige, die einen Betrieb binden kann. Eine falsche Öffnungszeit ärgert, eine falsche Preisaussage wirkt gegen das Unternehmen, das den Assistenten einsetzt. Das Landgericht braucht es dafür nicht: Schon eine Angabe, die den Eindruck einer Größenordnung erweckt, die nicht stimmt, ist eine geschäftliche Handlung mit Folgen. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb formuliert das als allgemeinen Maßstab.

Unlauter handelt, wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt, die geeignet ist, den Verbraucher oder sonstigen Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte.
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), § 5 Absatz 1

Praktisch heißt das nicht, dass der Assistent zum Preis schweigen muss - Schweigen schickt den Anrufer nur zurück ans Telefon. Es heißt, dass drei Dinge zusammen in derselben Antwort stehen: die Spanne, der Stand, ab dem sie gilt, und die Bedingungen, unter denen sie gilt. Dazu gehört der Satz, dass der verbindliche Preis aus dem Angebot kommt und nicht aus dem Chat. Formulierungen wie „das kostet bei Ihnen“ oder „dann fällt nichts an“ gehören nicht in den freien Textteil eines Assistenten, weil sie im Gesprächsprotokoll unverändert stehen bleiben und später als Aussage des Unternehmens gelesen werden. Wie eng diese Grenze zu ziehen ist, zeigt das Urteil des OLG Hamm zur Haftung.

Eine Spanne ist eine Auskunft, eine Zahl ist eine Zusage

Der Unterschied liegt nicht in der Höhe, sondern in der Form. Wer eine Spanne mit Stand und Bedingung nennt, hat informiert. Wer eine einzelne Zahl ohne Vorbehalt nennt, hat im Namen des Unternehmens etwas versprochen - und der Anrufer, der sich darauf beruft, hat damit recht.

Den Chat auf die erhobenen Gründe ausrichten

Ein Assistent, der alles ein bisschen kann, nimmt wenig ab. Die Erhebung liefert die Reihenfolge: Was oben steht, wird zuerst vollständig hinterlegt, mit Ausnahmen, Sonderfällen und der Frage, die der Assistent stellen muss, bevor er antworten darf. Erst wenn diese vier Gründe sitzen, kommt der nächste dazu. Der Weg vom Anruf zum Chat führt außerdem über die Sichtbarkeit: Wo die Rufnummer steht, gehört auch der Hinweis hin, dass dieselbe Auskunft im Chat direkt zu bekommen ist.

  • Je Anrufgrund eine Quelle benennen, die gepflegt wird, und eine Person, die sie pflegt.
  • Die Rückfrage festlegen, die vor der Antwort nötig ist: Standort, Fahrtrichtung, Vorgangsnummer, Leistungsumfang.
  • Den Nachweis klären, bevor der Assistent einen Bearbeitungsstand nennt - ein Name im Chatfenster ist keiner.
  • Für jede der vier Auskünfte einen Satz hinterlegen, den der Assistent sagt, wenn die Quelle gerade nichts hergibt.
  • Den Chat dort anbieten, wo heute die Rufnummer steht: Kontaktseite, Seitenfuß, Standortseite, Bestätigungsmail.
  • Die Übergabe an einen Menschen von Anfang an einrichten, nicht als Nachtrag - beschrieben im Beitrag zur Übergabe an Mitarbeiter.

Der Grund, warum diese Auskünfte im Chat überhaupt eine Chance gegen das Telefon haben, ist die Wartezeit. Ein Anruf beginnt mit Wählen, Klingeln und einer Ansage; eine Chatantwort beginnt mit dem ersten Zeichen. In unserer eigenen Messreihe lag die Zeit bis zum ersten Zeichen der Antwort, Median bei 1,3 s; gemessen wurde das an 64 Fragen an den eigenen Assistenten, nicht an Kundenprojekten. Das Verfahren steht unter Messreihen, die Messfallen dahinter im Beitrag zum Messen der Antwortzeit.

Den Rückgang belegen, nicht behaupten

Nach der Einführung fällt regelmäßig der Satz, es sei ruhiger geworden. Das ist ein Eindruck, kein Ergebnis. Ruhiger wird es auch in den Sommerferien, nach einer abgelaufenen Kampagne oder wenn die Nebenstelle stillschweigend umgeleitet wurde. Belegbar wird der Rückgang erst, wenn ein Vergleichszeitraum feststeht, mehrere Größen nebeneinander liegen und die Störgrößen mit aufgeschrieben sind. Genau dafür war die datierte Strichliste vom Anfang gut.

MessgrößeWoher sie kommtWas sie allein nicht sagt
Anrufe je WerktagTelefonanlage oder StrichlisteOb die Anrufer stattdessen geschrieben haben
Mittlere GesprächsdauerDieselbe Quelle, je Rufnummer getrenntOb kurze Auskünfte oder lange Fälle weggefallen sind
Chats je WerktagDas Chatprotokoll, nach Anliegen sortiertOb es zusätzliche oder verlagerte Anfragen sind
Übergaben an MenschenDie Zählung im AssistentenOb die Übergabe zu früh oder zu spät kam
Nicht angenommene AnrufeDie TelefonanlageOb weniger verpasst wurde oder weniger angerufen

Die aussagekräftigste dieser Größen ist nicht die Anrufmenge, sondern die mittlere Gesprächsdauer. Wenn die kurzen Auskunftsanrufe wegfallen, steigt sie - die verbliebenen Gespräche sind die längeren, inhaltlich schwereren. Eine gesunkene Anrufzahl bei gleichzeitig gestiegener Durchschnittsdauer ist deshalb ein deutlich besserer Hinweis als eine gesunkene Anrufzahl allein. Wie weit ein Assistent dabei ohne Menschen auskommt, lässt sich nur messen: In unserer eigenen Messreihe blieben 43 von 48 Fragen ohne Übergabe an einen Menschen; gemessen wurde das an einem einzigen Assistenten auf der eigenen Wissensbasis, nicht an Kundenprojekten, und ein Wert aus dem laufenden Betrieb liegt noch nicht vor.

Ebenso wichtig ist die Gegenrichtung. Ein Rückgang der Anrufe, der mit einem Anstieg unbeantworteter Chats zusammenfällt, ist kein Erfolg, sondern eine verschobene Warteschlange. Und ein Rückgang, der genau mit einer Störung der Telefonanlage beginnt, misst die Störung. Wer die Auswertung ernst meint, schreibt die bekannten Einflüsse des Zeitraums in dieselbe Tabelle: Ferien, Feiertage, Werbung, Preisänderungen, Ausfälle. Was dort nicht steht, taucht später als Erklärung auf, an die sich niemand mehr genau erinnert. Die Auswertung der Gespräche selbst beschreibt der Beitrag zur Gesprächsanalyse.

Warum die Telefonnummer sichtbar bleibt

Die naheliegende Abkürzung nach einer erfolgreichen Einführung ist, die Rufnummer kleiner zu setzen oder eine Ebene tiefer zu legen. Sie ist aus drei Gründen falsch. Erstens verschwindet der Anrufgrund dadurch nicht, sondern nur der schnelle Weg dorthin - aus einer Frage wird eine Suche und daraus ein verärgerter Anruf, der länger dauert als der vermiedene. Zweitens gibt es Menschen, für die ein Chatfenster keine Alternative ist: schlechte Verbindung, Bedienung über Hilfsmittel, Unsicherheit im Schreiben, ein dringender Fall. Drittens ist die Offenheit über die Art des Gegenübers rechtlich vorgezeichnet; die KI-Verordnung verlangt für Systeme im direkten Kontakt mit Menschen genau das.

dass die betreffenden natürlichen Personen informiert werden, dass sie mit einem KI-System interagieren
Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 50 Absatz 1

Wer offenlegt, dass gerade eine Maschine antwortet, muss konsequenterweise auch sagen, wie man einen Menschen erreicht. Beides gehört in dieselbe Ansicht und nicht auf zwei verschiedene Seiten. Dazu kommt die Barrierefreiheit: Ein Kontaktweg, der nur über ein Eingabefeld führt, schließt Menschen aus, die genau darüber nicht gut kommunizieren können. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verlangt für viele Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr eine barrierefreie Gestaltung; ein sichtbarer zweiter Weg ist der einfachste Teil davon. Was das für das Chatfenster selbst bedeutet, steht im Beitrag zum barrierefreien Assistenten.

  • Die Rufnummer bleibt an ihrem Platz: Kopfbereich, Kontaktseite, Seitenfuß, Standortseite.
  • Der Assistent nennt die Nummer von sich aus, sobald er nicht weiterkommt oder jemand danach fragt.
  • Er sagt dazu, wann besetzt werden kann und was außerhalb dieser Zeiten passiert, statt eine Erreichbarkeit anzudeuten, die es nicht gibt.
  • Er weist am Anfang des Gesprächs aus, dass er ein Assistent ist, und nicht erst auf Nachfrage.
  • Bei Beschwerde, Dringlichkeit oder ausdrücklichem Wunsch nach einem Menschen führt der kürzeste Weg zum Telefon, nicht zu einer weiteren Rückfrage.

Der Chat nimmt Anrufe ab, er ersetzt den Weg nicht

Ein verstecktes Telefon senkt die Anrufzahl genauso zuverlässig wie ein gut gepflegter Assistent - nur senkt es zugleich die Zahl der Kunden. Der Unterschied zwischen beidem ist im Bericht nicht zu sehen, im Betrieb sehr wohl.

Was am Telefon besser aufgehoben ist

Die Trennlinie verläuft nicht entlang der Schwierigkeit, sondern entlang der Frage, ob etwas nachgeschlagen oder entschieden wird. Nachschlagen kann die Technik. Entscheiden, einschätzen, beruhigen und aushandeln bleibt bei Menschen - nicht aus Vorsicht, sondern weil das Ergebnis dieser Gespräche das Unternehmen bindet. Ein Assistent, der das erkennt und früh übergibt, entlastet das Telefon stärker als einer, der jeden Fall selbst zu Ende bringen will und dabei Fälle erzeugt, die hinterher jemand geradeziehen muss.

  • Beschwerden und alles, was bereits mit Ärger beginnt - dort zählt der Ton, nicht die Auskunft.
  • Kulanz, Nachlass, Ausnahme: jede Entscheidung, die von der hinterlegten Regel abweicht.
  • Fälle mit gesundheitlichem, rechtlichem oder finanziellem Gewicht, in denen eine Einschätzung erwartet wird.
  • Sachverhalte, die der Anrufer selbst noch nicht sortiert hat und die erst im Gespräch eine Form bekommen.
  • Alles, wo jemand ausdrücklich einen Menschen möchte - dieser Wunsch ist keine Eskalationsstufe, sondern der Anfang des Gesprächs.

Ehrliche Grenzen und eine Liste zum Abhaken

Ein Chat nimmt Anrufe ab, er ordnet keinen Betrieb. Wo Öffnungszeiten intern uneinheitlich sind, macht die Automatik diese Unstimmigkeit schneller sichtbar, aber nicht kleiner. Wo niemand den Kalender pflegt, verteilt der Assistent die veraltete Angabe zuverlässiger als die Website. Und wo ein Betrieb die Erreichbarkeit am Telefon bisher über Zurufe geregelt hat, muss er sich vor der Einführung darauf einigen, was gilt. Der Aufwand fällt nicht weg, er wandert nach vorn - und bleibt in der Summe kleiner als das tägliche Beantworten derselben vier Fragen. Wie der Support-Assistent solche Auskunftsfragen aus Ihrer Wissensbasis beantwortet und den Rest an Ihr Team übergibt, zeigt die Produktseite; welche vier Fragen es bei Ihnen sind, finden wir gern gemeinsam über die Kontaktseite heraus.

  • Die Anrufgründe sind über zwei volle Wochen gezählt, datiert und aufgehoben.
  • Die vier häufigsten Gründe haben je eine benannte Quelle und eine Person, die sie pflegt.
  • Der Assistent stellt vor der Antwort die nötige Rückfrage und nennt ohne Nachweis keinen Vorgangsstand.
  • Der Preisrahmen steht als Spanne mit Stand und Bedingung, und der verbindliche Preis kommt aus dem Angebot.
  • Die Rufnummer ist unverändert sichtbar, und der Assistent nennt sie von sich aus, wenn er nicht weiterkommt.
  • Vergleichszeitraum, Anrufmenge, Gesprächsdauer und die Störgrößen des Zeitraums stehen in einer Tabelle.
  • Ein Termin steht fest, an dem die Auswertung wiederholt wird - sonst ist die erste Zahl auch die letzte.

Häufige Fragen

Wie finde ich heraus, welche Anrufe der Chat übernehmen kann?

Indem Sie zwei volle Wochen zählen statt zu schätzen. Ein Blatt neben jedem Apparat, ein Strich je Anruf und der Grund in zwei bis drei Wörtern, dazu grob die Uhrzeit. Am Ende bleiben meist vier bis sechs Gründe übrig, die den Großteil ausmachen. Alles, was mit einer einzelnen Tatsache endet und keine Entscheidung enthält, ist ein Kandidat für den Chat; alles, wo etwas eingeschätzt oder ausgehandelt wird, bleibt am Telefon. Die Liste datieren und aufheben - sie ist später der Vergleichszeitraum.

Darf ein Assistent einen Preisrahmen nennen?

Ja, und meist sollte er es auch, weil Schweigen den Anrufer zurück ans Telefon schickt. Entscheidend ist die Form: eine Spanne statt einer Zahl, dazu der Stand, ab dem sie gilt, und die Bedingungen, unter denen sie gilt, sowie der Hinweis, dass der verbindliche Preis aus dem Angebot kommt. Eine einzelne Zahl ohne Vorbehalt ist eine Aussage des Unternehmens und bleibt im Gesprächsprotokoll stehen. Sätze wie „dann fällt bei Ihnen nichts an“ gehören nicht in den freien Textteil.

Woran erkenne ich, dass die Anrufe wirklich wegen des Chats zurückgegangen sind?

An mehreren Größen nebeneinander und einem festen Vergleichszeitraum, üblicherweise vier Wochen davor gegen vier Wochen danach mit gleichen Wochentagen. Aussagekräftiger als die reine Anrufzahl ist die mittlere Gesprächsdauer: Fallen die kurzen Auskunftsanrufe weg, steigt sie, weil nur die längeren Fälle bleiben. Dazu gehören die Chatzahlen, die Übergaben an Menschen und eine schriftliche Liste der Störgrößen des Zeitraums - Ferien, Feiertage, Werbung, Ausfälle.

Sollten wir die Telefonnummer nach der Einführung weniger sichtbar machen?

Nein. Eine versteckte Nummer senkt die Anrufzahl, aber sie senkt auch die Zahl der Kunden, und im Bericht sehen beide Effekte gleich aus. Dazu kommen zwei sachliche Gründe: Für manche Menschen ist ein Eingabefeld kein gangbarer Weg - schlechte Verbindung, Bedienung über Hilfsmittel, Dringlichkeit -, und die KI-Verordnung verlangt für Systeme im direkten Kontakt mit Menschen, dass die Gegenüber wissen, womit sie sprechen. Wer das offenlegt, sollte auch sagen, wie ein Mensch erreichbar ist.

Was passiert mit Anrufen außerhalb der Bürozeiten?

Sie sind der Teil des Aufkommens, der heute meist gar nicht als Anruf erscheint, weil niemand abnimmt und viele es nicht noch einmal versuchen. Genau dort wirkt ein Assistent doppelt: Er beantwortet die Auskunftsfragen direkt und nimmt für die übrigen das Anliegen strukturiert auf, sodass am nächsten Morgen ein vorbereiteter Vorgang vorliegt statt eines verpassten Anrufs. Wichtig ist die ehrliche Ansage, wann ein Mensch antwortet, statt eine Erreichbarkeit anzudeuten, die es nicht gibt.

Braucht der Assistent Zugriff auf unsere Systeme, um den Bearbeitungsstand zu nennen?

Für echte Statusauskünfte ja, allerdings lesend und eng begrenzt auf die Felder, die für die Auskunft nötig sind. Ebenso wichtig ist der Nachweis auf der anderen Seite: Ein Name im Chatfenster genügt nicht, weil schon die Bestätigung eines Vorgangs eine Auskunft über eine Person ist. Üblich ist ein Link aus der Auftrags- oder Terminbestätigung, der auf genau einen Vorgang zeigt. Ohne diese Anbindung bleiben Öffnungszeiten, Anfahrt und Preisrahmen - das sind in den meisten Erhebungen bereits drei der vier häufigsten Gründe.

Welche Anfragen kann ein Assistent in Ihrem Support übernehmen?

Der Support-Assistent beantwortet wiederkehrende Fragen aus Ihrer Wissensbasis und übergibt, was ein Mensch klären sollte. Die Gesprächsanalyse zeigt, wo Antworten noch fehlen.

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  2. 2. Ihr Fall
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