Wissensbasis aktuell halten: Wer pflegt was, wie oft?
Pflegeplan für die Wissensbasis: Turnus je Inhaltsart, Zuständigkeit, Ablaufdatum, Vorrangregel bei Widerspruch und Änderungsprotokoll ab dem Livegang.
In einfacher Sprache
Das Wissen für den Assistenten braucht einen festen Plan. Jede Art von Inhalt hat ihren eigenen Takt. Preise prüft man bei jeder Änderung, die Zeiten zum Öffnen seltener. Jeder Eintrag hat ein Datum, an dem er abläuft. Danach gilt er als nicht bestätigt, bleibt aber stehen. Sagen zwei Quellen etwas anderes, legt eine Regel fest, welche gilt. Sonst gibt der Assistent auf die gleiche Frage zwei Antworten. Ein Plan braucht feste Termine und eine Person, die ihn erledigt.
Ein Assistent, der im September noch die Lieferfrist aus dem Juli nennt, erzeugt genau die Rückfrage, die er abnehmen sollte. Das Modell antwortet dabei sauber - es antwortet nur aus einem Stand, den im Betrieb keine Abteilung mehr vertritt. Dieser Artikel beschreibt den Teil, der nach dem Livegang beginnt: welche Inhaltsart in welchem Turnus geprüft wird, wer sie verantwortet, wann ein Eintrag abläuft und welche Quelle gewinnt, wenn zwei sich widersprechen.
Beschriftungen der Abbildung
- Inhaltsart
- Turnus
- Zuständigkeit
- Ablaufdatum
- Letzte Prüfung
- Status
- Preise, Rabatte
- bei Änderung
- Vertrieb
- 90 Tage
- 02.09.2026
- aktuell
- Öffnungszeiten
- monatlich
- Empfang
- 30 Tage
- 01.09.2026
- aktuell
- Lieferfristen
- wöchentlich
- Logistik
- 14 Tage
- 08.09.2026
- fällig
- Dokumente, AGB
- quartalsweise
- Recht
- 180 Tage
- 12.06.2026
- fällig
- Formulare, Abläufe
- halbjährlich
- Support
- 365 Tage
- 20.02.2025
- überfällig
- aktuell: im Turnus geprüft
- fällig: Turnus läuft ab
- überfällig: Ablaufdatum vorbei
- Vorrangregel: Datenbank vor Website-Text vor Handbuchnotiz
- Belegte Antworten nennen ihre Quelle
Warum eine Wissensbasis unbemerkt veraltet
Eine Wissensbasis altert nicht gleichmäßig. Der Text über die Firmengeschichte hält Jahre, die Lieferfrist hält Wochen, der Aktionspreis hält Tage. Weil alle drei im selben Ablagesystem liegen und beim Aufbau denselben Aufwand gekostet haben, wirken sie im Betrieb gleichwertig - und werden gleich selten angefasst. Der Bruch fällt zudem nicht dort auf, wo er entsteht: Wer den Preis im Shop pflegt, sieht seine Änderung sofort auf der Produktseite. Dass daneben ein Assistent aus einem Katalogauszug des Vormonats antwortet, sieht er nicht, weil dieser Auszug unsichtbar im Hintergrund liegt.
Die Lücke wächst mit dem Erfolg. Inzwischen nutzen 41 Prozent (Bitkom) der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI, weitere 48 Prozent (Bitkom) planen oder diskutieren den Einsatz, und zwei Drittel der Anwender wollen ihn weiter ausbauen (66 Prozent, Bitkom). Jeder zusätzliche Anwendungsfall hängt an Inhalten, die jemand aktuell halten muss. In der EU setzten 2025 19,95 Prozent (Eurostat) der Unternehmen ab zehn Beschäftigten mindestens eine KI-Technologie ein, davon 34,70 Prozent (Eurostat) in Marketing und Vertrieb - also genau dort, wo Preise, Aktionen und Fristen am schnellsten wechseln. Der zweite Grund liegt in der Datenlage selbst: 61 Prozent (Bitkom) der Unternehmen nutzen das Potenzial ihrer vorhandenen Daten bisher kaum oder gar nicht. Ein Assistent macht diese Lücke sichtbar, weil er aus Beständen antwortet, die vorher nur abgelegt waren - der Preisliste im Vertriebsordner, dem Formular im Intranet, der Versandtabelle im Wiki. Was dort zwei Jahre unverändert lag, war ein toter Ordner. Ab dem Livegang ist es eine Auskunft an Kundinnen und Kunden, im Support-Assistenten genauso wie auf der Website.
Fünf Inhaltsarten, fünf Halbwertszeiten
Der Pflegeplan beginnt nicht mit einem Turnus, sondern mit einer Sortierung. Jede Inhaltsart bekommt eine Zeile, und jede Zeile beantwortet vier Fragen: Wie oft wird geprüft? Wer prüft? Nach wie vielen Tagen gilt ein Eintrag als abgelaufen? Woher stammt der Wert im Zweifel? Erst wenn diese vier Antworten je Zeile stehen, ist der Plan ein Betriebsmittel und keine Absichtserklärung. Die folgende Aufteilung hat sich als Ausgangspunkt bewährt; die Zahlen sind Startwerte, die Sie nach dem ersten Quartal an Ihrer tatsächlichen Änderungsfrequenz nachziehen. Für den Website-Assistenten gilt dieselbe Aufteilung wie für den Shop, nur die Gewichte verschieben sich.
| Inhaltsart | Turnus | Zuständigkeit | Ablaufdatum | Quelle im Zweifel |
|---|---|---|---|---|
| Preise, Rabatte, Staffeln | bei jeder Änderung | Vertrieb | 90 Tage | Shop- oder Warenwirtschaftsdatenbank |
| Öffnungszeiten, Feiertage, Erreichbarkeit | monatlich | Empfang oder Standortleitung | 30 Tage | Kalender der Standortleitung |
| Lieferfristen, Versandkosten, Bestellschluss | wöchentlich | Logistik | 14 Tage | Versandtabelle im Shop |
| Dokumente, AGB, Widerruf, Datenschutz | quartalsweise | Recht oder Geschäftsführung | 180 Tage | freigegebene Fassung in der Dokumentenablage |
| Formulare, Abläufe, Zuständigkeiten | halbjährlich | Support | 365 Tage | Handbuch mit Freigabevermerk |
Zwei Zeilen verdienen eine Begründung. Preise stehen auf "bei jeder Änderung" statt auf einem Kalenderturnus, weil nach § 3 Absatz 1 PAngV der Gesamtpreis anzugeben ist und eine Abweichung zwischen Auskunft und Kasse unmittelbar auffällt. Rechtstexte stehen dagegen auf quartalsweise mit einem Ablaufdatum von 180 Tagen: Sie ändern sich selten, eine Änderung verschiebt aber die gesamte Antwortlage - und eine ungeprüfte Fassung bleibt erfahrungsgemäß länger unentdeckt als ein falscher Preis, den die erste Bestellung offenlegt.
Wer pflegt was: die Zuständigkeit gehört an den Inhalt
Eine Zuständigkeit, die für die ganze Wissensbasis gilt, ist keine. "Das Marketing pflegt den Assistenten" führt erfahrungsgemäß dazu, dass Preise, Rechtstexte und Versandregeln bei Menschen liegen, die sie fachlich nicht entscheiden dürfen. Binden Sie die Verantwortung stattdessen an die Inhaltsart: Wer den Preis im Tagesgeschäft festlegt, verantwortet auch die Preiszeile im Pflegeplan. Das kostet beim Aufsetzen ein Gespräch mehr und spart im Betrieb jede Rückfrage nach dem Zuständigen. Wie eng Aktualität und Verwendungszweck zusammenhängen, formuliert das britische Rahmenwerk für Datenqualität in einem Satz.
Data is timely if the time lag between collection and availability is appropriate for the intended use. Übersetzt heißt das: Aktualität ist keine Eigenschaft des Inhalts, sondern des Abstands zwischen Änderung und Verfügbarkeit - gemessen am Verwendungszweck. Das Rahmenwerk führt Aktualität als eigene Qualitätsdimension neben Vollständigkeit, Eindeutigkeit, Widerspruchsfreiheit, Gültigkeit und Richtigkeit; diese sechs Dimensionen übernimmt es von der DAMA UK (Government Data Quality Framework). Erläutert wird Aktualität an einem Beispiel, in dem eine vereinbarte Frist von zwei Tagen um einen Tag überschritten wird und die vereinbarte Regel damit verletzt ist. Genau diese Rechnung braucht jede Zeile Ihres Pflegeplans: vereinbarter Abstand, tatsächlicher Abstand, Differenz. Wer nur "regelmäßig" vereinbart, kann die Differenz nicht bilden.
- Fachliche Verantwortung: Wer den Wert im Tagesgeschäft entscheidet, gibt ihn auch für die Wissensbasis frei. Ohne diese Person wird eine Änderung zwar eingetragen, aber nicht verantwortet.
- Redaktionelle Verantwortung: Eine Stelle sorgt dafür, dass Formulierung, Sprache und Verweise zusammenpassen - besonders, wenn der Assistent mehrsprachig antwortet.
- Technische Verantwortung: Eine Stelle betreut die Anbindungen, aus denen Inhalte automatisch nachfließen, und meldet, wenn eine Quelle stillsteht.
- Vertretung: Zu jeder Zeile gehört eine zweite Person. Urlaub und Krankheit fallen erfahrungsgemäß in die Wochen mit den meisten Änderungen.
- Eskalation: Eine Zeile, deren Ablaufdatum um mehr als 30 Tage überschritten ist, geht an die Leitung - nicht als Vorwurf, sondern als Kapazitätsfrage.
Diese fünf Rollen sind kein Organigramm, sondern fünf Namen je Zeile; in kleinen Betrieben steht derselbe Name mehrfach. Entscheidend ist, dass die Namen aufgeschrieben sind. Der Pflegeplan, den wir zum Livegang übergeben, ist deshalb eine Tabelle mit Personen, nicht mit Abteilungen.
Ablaufdatum, Turnus und die Vorrangregel
Turnus und Ablaufdatum sind zwei verschiedene Dinge, und ihre Verwechslung ist ein häufiger Fehler im Pflegebetrieb. Der Turnus sagt, wann jemand hinschaut. Das Ablaufdatum sagt, ab wann ein Eintrag als unbestätigt gilt, falls die Prüfung ausgefallen ist. Der Turnus ist der Vorsatz, das Ablaufdatum ist die Sicherung darunter. Beides zusammen ergibt vier Bausteine, die jede Zeile des Plans trägt.
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Turnus
Ein fester Kalendereintrag je Inhaltsart, im Kalender der zuständigen Person statt in einer Projektliste. Mit Dauer und mit einem Verweis auf die Quelle, die dabei zu öffnen ist.
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Ablaufdatum
Die Zahl der Tage, nach denen ein Eintrag ohne Bestätigung als unbestätigt geführt wird. 30 Tage für Öffnungszeiten, 90 für Preise, 180 für Rechtstexte als Startwerte.
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Vorrangregel
Die feste Reihenfolge der Quellen bei Widerspruch. Maschinell gepflegte Datenbank vor redaktionellem Website-Text vor handschriftlicher Notiz im Handbuch.
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Rückmeldeweg
Der Weg, auf dem eine Abweichung zurückkommt: aus dem Gespräch, aus dem Widerspruch zweier Quellen oder aus einer Anbindung, die stillsteht.
Die Vorrangregel in einem Satz
Widersprechen sich zwei Quellen zur selben Frage, gilt die maschinell gepflegte vor der redaktionellen und die redaktionelle vor der handschriftlichen Notiz: Shop- oder Warenwirtschaftsdatenbank vor Website-Text vor Handbucheintrag. Schreiben Sie diese Reihenfolge einmal auf und hinterlegen Sie sie im Assistenten, statt sie im Einzelfall zu entscheiden.
Ohne Vorrangregel kann ein Assistent dieselbe Frage je nach Treffer unterschiedlich beantworten, und der Betrieb sucht die Ursache dann im Modell statt in der Ablage. Mit Vorrangregel wird aus dem Widerspruch eine Meldung: Der Assistent antwortet aus der höherwertigen Quelle und vermerkt, dass eine nachrangige Quelle abweicht. Diese Meldung ist der eigentliche Gewinn, denn sie zeigt die Stelle, an der ein Inhalt doppelt gepflegt wird. Wie eine Antwort überhaupt an ihre Quelle gebunden wird, steht ausführlich in Halluzinationen vermeiden.
Automatisch ziehen statt von Hand nachtragen
Jede Zeile im Pflegeplan, die ein Mensch abarbeiten muss, konkurriert mit dem Tagesgeschäft - und 66 Prozent (Bitkom) der Unternehmen nennen fehlende Zeit als internes Hemmnis der Digitalisierung, deutlich vor fehlenden finanziellen Mitteln (48 Prozent, Bitkom). Eine wirksame Pflegemaßnahme ist deshalb, die Zeile ganz zu streichen: Was der Assistent selbst aus einer laufenden Quelle ziehen kann, braucht keinen Kalendertermin.
Drei Wege sind dafür üblich. Der erste ist die wiederkehrende Übernahme von Website- und Shop-Inhalten: Der Assistent liest Seiten und Kategorien in festem Abstand neu ein, erkennt Änderungen und ersetzt den alten Stand. Der zweite ist die Abfrage im Moment der Frage - Bestand, Preis oder, bei angebundener Warenwirtschaft, der Bestellstatus werden nicht gespeichert, sondern beim Antworten geholt; wie das über Tool-Steuerung im Paket Individuell läuft, beschreibt der Artikel zu Werkzeugaufrufen. Der dritte ist der Rückkanal aus dem Gespräch: Was Nutzerinnen und Nutzer gefragt haben und der Assistent nicht beantworten konnte, wird zur Pflegeaufgabe mit Häufigkeit statt zur Vermutung. Diese Sortierung entscheidet, wie viel Handarbeit übrig bleibt.
- Automatisch ziehen, wo eine maschinenlesbare Quelle existiert: Preise, Bestand, Lieferzeiten und, über die Anbindung an die Warenwirtschaft, der Bestellstatus. Diese Inhalte gehören nicht in eine von Hand gepflegte Textdatei.
- Periodisch neu einlesen, wo eine Seite die Wahrheit trägt, aber keine Schnittstelle bietet: Leistungsseiten, Standortseiten, Hilfeartikel, Blogbeiträge mit Verfahrensbeschreibungen.
- Redaktionell pflegen, wo Formulierung und Abwägung zählen: Rechtstexte, Kulanzregeln, Eskalationswege, Aussagen zu Fristen und Zusagen.
- Bewusst nicht aufnehmen, was der Assistent nicht beantworten soll: Einzelfallkonditionen, interne Margen, unfertige Produktplanungen. Ein bewusst leerer Bereich ist gepflegter als ein veralteter.
Das Änderungsprotokoll: was seit wann anders beantwortet wird
Ein Pflegeprozess ohne Protokoll erzeugt eine unangenehme Frage, sobald sich jemand über eine Auskunft beschwert: Was hat der Assistent am 14. November eigentlich geantwortet? Das Änderungsprotokoll beantwortet sie. Jede Änderung an der Wissensbasis bekommt einen Eintrag mit vier Feldern - was geändert wurde, wer es geändert hat, wann es wirksam wurde und aus welcher Quelle der neue Wert stammt.
Das Protokoll zahlt zweimal ein. Kurzfristig macht es Fehler auffindbar: Eine falsche Auskunft lässt sich auf einen Eintrag zurückführen statt auf ein Gefühl. Langfristig liefert es die Änderungsfrequenz je Inhaltsart und damit die Grundlage, den Turnus vom Startwert in einen gemessenen Wert zu überführen. Wer nach zwei Quartalen sieht, dass die Versandtabelle elfmal geändert wurde und die AGB einmal, korrigiert seinen Plan mit Zahlen statt mit Bauchgefühl. Genau diese Bewegung unterscheidet einen Pflegeprozess von einer Pflegeabsicht.
Der Pflegeplan gehört in den Kalender, nicht in den Kopf
Ein Pflegeplan, der als Dokument existiert, wird gelesen; ein Pflegeplan, der als Terminserie existiert, wird abgearbeitet. Legen Sie je Zeile eine wiederkehrende Aufgabe an: mit der zuständigen Person als Verantwortlichem, mit einer Dauer, die zum Umfang passt - fünfzehn Minuten für Öffnungszeiten, eine Stunde für Rechtstexte - und mit einem Verweis auf die Quelle, die dabei zu öffnen ist. Ein Termin ohne Quellenverweis wird verschoben, weil das Suchen länger dauert als das Prüfen.
Bündeln Sie die Termine nicht. Ein gemeinsamer "Wissensbasis-Tag" im Quartal klingt effizient und scheitert erfahrungsgemäß an zwei Stellen: Er trifft alle Zuständigen gleichzeitig, und er verlängert den Abstand zwischen Änderung und Verfügbarkeit für genau die Inhalte, die den kürzesten Abstand brauchen. Wöchentliche Zeilen bleiben wöchentlich, auch wenn sie nur zwei Minuten kosten. Der Aufwand einer Zeile bemisst sich am Prüfen, nicht am Termin.
Planen Sie zusätzlich zwei Sondertermine im Jahr. Der erste liegt im September und richtet die Wissensbasis auf die Saison aus: Bestellschluss, Feiertagsöffnungszeiten, Versandfristen, Retourenfristen, Erreichbarkeit zwischen den Jahren. Der zweite liegt im Januar und räumt auf: abgelaufene Aktionen, Jahreszahlen in Texten, Preisstände, Formulare mit Jahresangabe. Wie sich die Last der Saison zusätzlich abfangen lässt, beschreibt der Artikel zu Anfragespitzen im Weihnachtsgeschäft.
Der Wechsel von Tarifen, Bedingungen und Fristen ist dabei kein reines Handelsthema. In beratungsnahen Branchen verschiebt sich zum Jahreswechsel die gesamte Auskunftslage, und der Assistent muss mit dem neuen Stand antworten, bevor die erste Frage kommt; der Artikel zur Wechselsaison bei Versicherungsmaklern zeigt diesen Fall im Detail. Der Pflegeplan ist in solchen Branchen kein Nebenprodukt des Assistenten, sondern seine Betriebsgrundlage.
Woran Sie merken, dass die Pflege greift
Der Erfolg eines Pflegeprozesses zeigt sich nicht an der Zahl gepflegter Einträge, sondern an drei Beobachtungen im Gespräch. Erstens sinkt der Anteil der Antworten, in denen der Assistent auf einen Menschen verweist, weil er die Auskunft nicht belegen kann. Zweitens sinkt die Zahl der Nachfragen zur selben Sache innerhalb eines Gesprächs. Drittens verschieben sich die Themen: Statt "Stimmt der Preis noch?" kommen Fragen, die tiefer liegen. Fünf Kennzahlen machen diese Beobachtungen prüfbar.
- Ablaufquote: Anteil der Einträge, deren Ablaufdatum überschritten ist. Ein Wert unter 5 Prozent ist ein realistisches Betriebsziel, null Prozent ist keines.
- Prüfabstand: Median zwischen Änderung in der Quelle und Wirksamkeit im Assistenten, je Inhaltsart. Diese Zahl setzt die Aktualitätsdimension um (Government Data Quality Framework).
- Null-Treffer-Quote: Anteil der Fragen ohne belegbare Antwort. Sie zeigt Lücken, nicht Fehler - wie man sie im Shop auswertet, steht in Null-Treffer in der Suche.
- Widerspruchsmeldungen: Zahl der Fälle, in denen zwei Quellen zur selben Frage abwichen. Sinkt sie, ist die Doppelpflege abgebaut.
- Übergabequote: Anteil der Gespräche, die an eine Person übergeben werden. Sie sollte sinken, aber nicht gegen null - 62 Prozent (Bitkom) der Online-Shopper wenden sich bei einem Problem mit ihrer Bestellung am liebsten an eine schnell erreichbare, menschliche Kontaktperson.
Diese fünf Zahlen stehen in der Gesprächsanalyse und lassen sich monatlich ablesen; wichtiger als ihr Absolutwert ist ihre Richtung über drei Monate. Sie ordnen zugleich die Erwartung an den Assistenten ein: Ein Kundenservice durch Chatbots überzeugt derzeit die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer eines solchen Angebots (50 Prozent, Bitkom), während der menschliche Kontakt 86 Prozent (Bitkom) zufriedenstellt. Der Abstand ist kein Argument gegen den Assistenten, sondern eine Ansage an die Inhalte: Ein Teil der Unzufriedenheit stammt aus Antworten, die nicht falsch, sondern veraltet waren. Auch die klassische FAQ-Seite überzeugt nur 60 Prozent (Bitkom) ihrer Nutzer, und nur 28 Prozent (Bitkom) würden bei einem Problem mit ihrer Bestellung überhaupt eine FAQ-Seite aufrufen, während 36 Prozent (Bitkom) automatisierte Hilfe im Kundenservice wünschen - eine gepflegte Wissensbasis ist die Antwort auf beide Befunde.
Was XICBOT für den Pflegebetrieb mitbringt
Die Wissensbasis in XICBOT ist als Pflegeobjekt gebaut, nicht als einmaliger Import. Jede Quelle führt ihre Fassungen mit Zeitpunkt, Website- und Dateiquellen dazu ihren Ursprung; für Websitequellen lässt sich ein eigener Auffrischungsturnus hinterlegen, und eine Quelle, deren Bestätigung überfällig ist, steht in der Quellenliste als veraltet, statt unbemerkt weiterzuwirken. Zuständigkeit und Ablaufdatum je Inhaltsart führt der Pflegeplan, nicht die Software. Website- und Shop-Inhalte werden in festem Abstand neu eingelesen, sodass Leistungsseiten, Kategorietexte und Hilfeartikel ohne Handarbeit nachziehen.
Werte, die sich stündlich ändern, gehören nicht in die Ablage. Über die Tool-Steuerung im Paket Individuell holt der Assistent Bestand, Preis, Liefertermin und, bei angebundener Warenwirtschaft, den Bestellstatus im Moment der Frage aus Ihrem System; der Shop-Assistent fragt Preis und Verfügbarkeit eines genannten Artikels ebenso beim Antworten im Shop ab. Was dort ankommt, ist der Stand Ihres Systems und nicht der Stand eines Auszugs. Bestehende Abläufe lassen sich über individuelle Funktionen ergänzen, wenn Ihr Fall über den Standard hinausgeht.
Die dritte Zutat ist der Rückkanal. Die Gesprächsanalyse zeigt, welche Fragen ohne belastbare Antwort blieben, welche Formulierungen häufiger auftauchen und wo die Wissensbasis eine Lücke hat - sortiert nach Häufigkeit statt nach Eindruck. Welche Inhalte überhaupt aufgenommen werden, beschreibt Wissensbasis aufbauen; wie der Stand vor dem Livegang abgenommen wird, steht in Abnahme und Testfälle. Den Pflegeplan als Tabelle mit Turnus, Zuständigkeit und Ablaufdatum übergeben wir zum Livegang mit; in der Dokumentation steht, wie er im Betrieb geführt wird. Wenn Sie ihn auf Ihre Inhaltsarten zuschneiden lassen möchten, sprechen Sie uns an.
Häufige Fragen
Wie oft muss eine Wissensbasis überhaupt geprüft werden?
Nicht als Ganzes, sondern je Inhaltsart. Als Startwerte haben sich bewährt: Preise bei jeder Änderung, Lieferfristen wöchentlich, Öffnungszeiten monatlich, Dokumente und Rechtstexte quartalsweise, Formulare und Abläufe halbjährlich. Nach zwei Quartalen ersetzen Sie diese Startwerte durch die gemessene Änderungsfrequenz aus dem Änderungsprotokoll. In der Regel verschieben sich dabei ein bis zwei Zeilen deutlich, der Rest bleibt.
Was passiert mit einem Eintrag, dessen Ablaufdatum überschritten ist?
Er wird typischerweise nicht gelöscht, sondern als unbestätigt geführt. Der Assistent kann ihn weiterhin nutzen, weist die Auskunft aber als prüfbedürftig aus oder bietet die Übergabe an eine Person an. Ein hartes Löschen erzeugt Lücken genau dann, wenn ohnehin die Zeit zum Pflegen fehlte.
Wer sollte die Wissensbasis verantworten - Marketing, Support oder IT?
Erfahrungsgemäß keine der drei allein. Die Verantwortung gehört an die Inhaltsart: Wer den Preis im Tagesgeschäft entscheidet, gibt die Preiszeile frei; Recht verantwortet die Rechtstexte, Logistik die Versandregeln. Marketing übernimmt in der Regel die redaktionelle Klammer, IT die Anbindungen. In kleinen Betrieben stehen mehrere Rollen bei derselben Person - entscheidend ist, dass sie je Zeile benannt ist.
Lohnt sich ein Änderungsprotokoll auch bei einer kleinen Wissensbasis?
In der Regel ja, weil sein Nutzen nicht am Umfang hängt, sondern am Rückverfolgen. Vier Felder je Eintrag - Inhalt, Person, Zeitpunkt, Quelle - genügen. Der zweite Nutzen zeigt sich nach etwa zwei Quartalen: Erst dann liefert das Protokoll eine belastbare Änderungsfrequenz je Inhaltsart, aus der sich der Turnus korrigieren lässt.
Wie verhindert man, dass zwei Quellen unterschiedliche Antworten erzeugen?
Durch eine schriftlich hinterlegte Vorrangregel. Üblich ist: maschinell gepflegte Datenbank vor redaktionellem Website-Text vor Handbuchnotiz. Der Assistent antwortet dann aus der höherwertigen Quelle und meldet die Abweichung, statt sie im Einzelfall aufzulösen. Die Meldungen selbst sind der Hinweis auf Inhalte, die doppelt gepflegt werden und zusammengeführt gehören.
Reicht es, Preise und Bestände einmal täglich zu übertragen?
Für viele Sortimente in der Regel nicht. Eine Übertragung ist ein Stand mit Verfallsdatum; zwischen zwei Läufen antwortet der Assistent aus der Vergangenheit. Werte, die sich mehrfach am Tag ändern, werden besser im Moment der Frage aus dem System geholt. Angaben über die Verfügbarkeit und über den Zeitpunkt der Lieferung sind zudem ausdrücklich von § 5 Absatz 2 Nummer 1 UWG erfasst; unwahre Angaben dazu gelten als irreführend.
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