Zum Inhalt springen
XICBOT

Einstellungen

English
Technik, Projekt & Qualität

Mehrere Standorte: ein Assistent für jede Filiale

Öffnungszeiten, Bestände und Feiertage unterscheiden sich je Filiale. Wie ein KI-Assistent erst den Standort klärt und was je Standort gepflegt wird.

In einfacher Sprache

Viele Firmen haben mehr als einen Standort. Bevor der Assistent eine Zeit nennt, klärt er darum den Ort. Das geht über die Seite, auf der der Besucher ist, über eine Auswahl im Chat oder über eine kurze Rückfrage. Ohne diese Klärung ist jede Zeitangabe nur geraten. Manche Feiertage gelten nur in einer Stadt. Ein Kalender je Bundesland reicht für eine Kette darum nicht. Auch Sonntage mit offenen Läden legt die Gemeinde fest. Solche Ausnahmen gehören mit Datum in die Wissensbasis.

13 Min. Lesezeit Von XICBOT

Mehr zur Integration

Mit dem zweiten Standort ändert sich für den Assistenten auf der Website eine einzige Sache – aber eine folgenreiche: Fast jede Antwort bekommt eine Bedingung. Öffnungszeiten, Verfügbarkeit, Ansprechpartner, Anfahrt und freie Termine gelten ab diesem Punkt nicht mehr für „das Unternehmen“, sondern für eine Filiale. Wie verbreitet dieser Fall ist, zeigt das statistische Unternehmensregister: Für das Berichtsjahr 2024 weist es 3.844.055 (Destatis) Niederlassungen aus, denen 3.543.865 (Destatis) Rechtliche Einheiten gegenüberstehen. Dieser Beitrag beschreibt, wie ein Assistent den Standort klärt, bevor er antwortet, welche Felder je Filiale gepflegt werden, welche Werte im Moment der Frage aus dem eigenen System kommen und wie die Übergabe beim richtigen Team landet.

Eine Frage, drei Filialen
Eine Frage, drei FilialenStandort zuerst, Antwort danach„Haben Sie morgen geöffnet?“„Ich komme aus Augsburg.“Welchen Standort meinen Sie?Augsburg, Ingolstadt oder Fürth?„Augsburg.“Augsburg: Mo–Sa 9–19 Uhr.Am 8. August geschlossen.1Standort geklärtRückfrage, Auswahl oder SeitenkontextVor der Antwort2Feld je FilialeZeiten, Feiertag, Team, AnfahrtWissensbasis3Wert aus dem SystemBestand, Termine, WartezeitTool-SteuerungOhne StandortklärungEine Antwort, die höchstens für einen der Standorte stimmt.Die Rückfrage kostet einen Satz, der falsche Weg eine Fahrt.3.844.055Niederlassungen 20243.543.865Rechtliche Einheiten
Standort zuerst, Antwort danach
Beschriftungen der Abbildung
  • „Haben Sie morgen geöffnet?“
  • „Ich komme aus Augsburg.“
  • Welchen Standort meinen Sie?
  • Augsburg, Ingolstadt oder Fürth?
  • „Augsburg.“
  • Augsburg: Mo–Sa 9–19 Uhr.
  • Am 8. August geschlossen.
  • 1
  • Standort geklärt
  • Rückfrage, Auswahl oder Seitenkontext
  • Vor der Antwort
  • 2
  • Feld je Filiale
  • Zeiten, Feiertag, Team, Anfahrt
  • Wissensbasis
  • 3
  • Wert aus dem System
  • Bestand, Termine, Wartezeit
  • Tool-Steuerung
  • Ohne Standortklärung
  • Eine Antwort, die höchstens für einen der Standorte stimmt.
  • Die Rückfrage kostet einen Satz, der falsche Weg eine Fahrt.
  • 3.844.055
  • Niederlassungen 2024
  • 3.543.865
  • Rechtliche Einheiten

Eine Frage, drei Filialen

Warum mit dem zweiten Standort jede Antwort eine Bedingung bekommt

Das Unternehmensregister trennt zwei Ebenen, die im Alltag gern zusammenfallen. Die Rechtliche Einheit ist der Träger – die GmbH, das Einzelunternehmen, der Verein. Die Niederlassung ist der örtlich abgegrenzte Teil davon: die Filiale, die Werkstatt, die Praxis in der Nachbarstadt. Für das Berichtsjahr 2024 zählt das Register in den Wirtschaftsabschnitten B bis N sowie P bis S 3.844.055 (Destatis) Niederlassungen und 3.543.865 (Destatis) Rechtliche Einheiten. Die Differenz von rund 300.000 ist der Überhang an Niederlassungen über die Träger: Ein Haus mit fünf Filialen steuert vier davon bei und bleibt doch ein Träger. Wie viele Unternehmen mehrere Standorte führen, weisen die beiden Tabellen nicht aus – dass es kein Randfall ist, zeigt der Überhang trotzdem. Für jeden dieser Träger reicht eine einzelne Öffnungszeit auf der Website nicht aus.

Am deutlichsten wird der Abstand im Handel. Dort stehen 659.860 (Destatis) Niederlassungen 557.277 (Destatis) Rechtlichen Einheiten gegenüber: gut hunderttausend Verkaufsstellen mehr, als es Träger gibt. Für einen Assistenten heißt das nichts Abstraktes. Es heißt, dass die Frage „Haben Sie das da?“ ohne Standortangabe unbeantwortbar ist – und dass eine Antwort, die trotzdem kommt, mit einiger Wahrscheinlichkeit den falschen Laden meint. Dasselbe gilt für Praxen mit zwei Sitzen, für Werkstätten mit einer Filiale in der Nachbarstadt und für Studios, die dieselbe Marke tragen, aber unterschiedliche Kurse anbieten.

Die Standortklärung gehört vor die Antwort

Die Standortklärung ist kein Zusatzschritt am Ende, sondern der erste Zug im Gespräch – sobald die Frage standortabhängig ist. Praktisch gibt es dafür drei Wege, und sie schließen einander nicht aus. Der Seitenkontext trägt am weitesten: Wer auf der Filialseite Augsburg steht, hat den Standort bereits gewählt; der Assistent übernimmt ihn aus der Adresse der Seite und nennt ihn im ersten Satz, damit die Annahme sichtbar bleibt. Der zweite Weg ist die Auswahl: eine kurze Liste der Standorte, aus der sich mit einem Tippen wählen lässt. Der dritte ist die Rückfrage in einem Satz, wenn die ersten beiden nichts hergeben.

  • Seitenkontext: Filial-, Regions- oder Landingpage liefert die Standortkennung; der Assistent bestätigt sie sichtbar, statt sie still zu setzen.
  • Auswahl im Chat: eine Liste mit Ort und Stadtteil, sortiert nach Nähe zum Seitenkontext, nicht alphabetisch über hundert Einträge.
  • Rückfrage in einem Satz: „Für welchen Standort? Wir haben drei in der Region.“ – gestellt, bevor eine Zeit oder ein Bestand genannt wird.
  • Wechsel im Gespräch: Nennt jemand später einen anderen Ort, wird der Standort neu gesetzt und die bisherige Auskunft nicht stillschweigend weitergeschrieben.
  • Kein Standort nötig: Fragen zu Rückgaberecht, Versandarten oder Zahlungsarten sind in der Regel filialübergreifend und brauchen keine Rückfrage.

Die Kunst liegt in der Sparsamkeit. Eine Rückfrage, die bei jeder zweiten Nachricht kommt, wirkt wie ein Formular. Die Regel dafür lässt sich hart formulieren: Gefragt wird nur, wenn die Antwort je nach Standort verschieden ausfiele. Ob eine Frage in diese Klasse gehört, entscheidet dabei nicht das Sprachmodell im Moment des Gesprächs, sondern die Wissensbasis – jedes Feld trägt die Angabe, ob es standortgebunden ist. Wie eine solche Wissensbasis aufgebaut sein muss, damit Antworten belegbar bleiben und nicht frei formuliert werden, beschreibt der Beitrag zu Halluzinationen und Wissensbasis.

Welche Felder je Filiale gepflegt werden

Ein Standortdatensatz ist schnell aufgezählt und wird trotzdem selten vollständig gepflegt. Sechs Gruppen decken den größten Teil der Fragen ab, die in Filialbetrieben tatsächlich ankommen – und sie sind für einen Handelsbetrieb, eine Praxis und eine Werkstatt bemerkenswert ähnlich.

  • Zeiten und Abweichungen

    Reguläre Öffnungszeiten je Wochentag, dazu datierte Ausnahmen: Inventur, Betriebsversammlung, verkürzter Tag vor einem Feiertag. Ausnahmen mit Datum, nicht als Satz im Fließtext.

  • Feiertagsregel des Ortes

    Welche gesetzlichen Feiertage am Sitz der Filiale gelten und wie der Betrieb an ihnen verfährt. Diese Angabe hängt am Ort, nicht an der Zentrale.

  • Leistungen und Ausstattung

    Was diese Filiale kann und was nicht: Werkstatt, Abholstation, Beratungstermin, Rücknahme, Barrierefreiheit, Parkplätze, Zahlungsarten vor Ort.

  • Ansprechpartner und Postfach

    Wer Anfragen dieses Standorts bekommt, mit Adresse und Erreichbarkeit. Ohne dieses Feld landet jede Übergabe in einem Sammelpostfach.

  • Anfahrt und Lage

    Adresse, Zugang, Etage, Parksituation, nächste Haltestelle. Das sind die Fragen, die kurz vor dem Besuch gestellt und selten ein zweites Mal nachgelesen werden.

  • Schlüssel für das System

    Die Kennung, unter der Warenwirtschaft, Kalender und Kasse diesen Standort führen. Ohne sie lässt sich weder ein Bestand noch ein Termin sauber zuordnen.

Der Aufwand für diese sechs Gruppen ist einmalig überschaubar und wiederkehrend gering – vorausgesetzt, die Felder liegen strukturiert vor und nicht als Absatz. Ein Absatz lässt sich nicht auswerten: Der Assistent kann daraus zitieren, aber er kann nicht prüfen, ob der 24. Dezember darin vorkommt. Welche Inhalte in eine Wissensbasis gehören und in welcher Form, ist ein eigenes Thema; für Filialbetriebe kommt dabei lediglich eine Spalte hinzu, nämlich die Standortkennung an jedem einzelnen Feld.

Feiertage und Öffnungszeiten: ein Betrieb, viele Kalender

Öffnungszeiten sind kein reines Organisationsthema, sie sind reguliert – und die Regeln enden nicht an der Landesgrenze, sondern teilweise an der Gemeindegrenze. Den bundesrechtlichen Rahmen setzt das Gesetz über den Ladenschluss:

Verkaufsstellen müssen zu folgenden Zeiten für den geschäftlichen Verkehr mit Kunden geschlossen sein: 1. an Sonn- und Feiertagen, 2. montags bis samstags bis 6 Uhr und ab 20 Uhr, 3. am 24. Dezember, wenn dieser Tag auf einen Werktag fällt, bis 6 Uhr und ab 14 Uhr.
§ 3 Gesetz über den Ladenschluss

Die Länder haben davon in unterschiedlichem Umfang eigene Regelungen gemacht. Bayern hat 2025 ein eigenes Ladenschlussgesetz erlassen, und es zeigt, wie fein die Zuständigkeit wird: Über die Ausnahmen entscheidet die Gemeinde. Nach Artikel 6 Absatz 1 können die Gemeinden „durch Rechtsverordnung jährlich höchstens vier Sonn- und Feiertage für die Öffnung von Verkaufsstellen freigeben“ (Bayerisches Ladenschlussgesetz), begrenzt auf fünf zusammenhängende Stunden zwischen 10 und 18 Uhr. Nach Artikel 7 Absatz 1 können sie zusätzlich „durch Rechtsverordnung jährlich höchstens acht Werktage für die Öffnung von Verkaufsstellen von 20 bis höchstens 24 Uhr freigeben“ (Bayerisches Ladenschlussgesetz). Für eine Kette mit Filialen in mehreren Gemeinden heißt das im Ergebnis: zwei Nachbarorte, zwei verschiedene Kalender.

Werte, die erst im Moment der Frage entstehen

Ein Teil der Antworten lässt sich nicht pflegen, weil er sich stündlich ändert. Bestand, freie Termine, Wartezeit an der Theke, Kapazität in der Werkstatt: Diese Werte entstehen im Moment der Frage und gehören nicht in eine Wissensbasis, sondern an eine Schnittstelle. Der Assistent ruft sie mit der Standortkennung ab und gibt das Ergebnis mit dem Standortnamen zurück. Wie ein Assistent Tools und Systeme steuert, ist im Grundsatz unabhängig von der Zahl der Filialen; beim Betrieb mehrerer Standorte kommt lediglich ein Pflichtparameter hinzu – und genau der wird beim Umbau von einem auf mehrere Standorte gern vergessen.

  • Bestand je Filiale statt Summe über alle Lager – die Aussage „vorrätig“ ohne Ort ist für den Weg dorthin wertlos.
  • Freie Termine je Standort und je Ressource, nicht je Unternehmen.
  • Abhol- und Reservierungsstatus mit der Filiale, in der die Ware tatsächlich liegt.
  • Wartezeit oder Auslastung nur dort, wo sie gemessen wird – sonst besser weglassen als schätzen.
  • Preise und Aktionen, wenn sie regional abweichen; sonst ausdrücklich als filialübergreifend markieren.
  • Ein definiertes Verhalten, wenn die Schnittstelle nicht antwortet: sagen, dass der Wert gerade nicht abrufbar ist, statt eine Zahl zu erfinden.

Der letzte Punkt ist der, an dem Vertrauen entsteht oder verloren geht. Ein Assistent, der bei einem Ausfall der Warenwirtschaft „ja, ist da“ antwortet, ist nach einer vergeblichen Fahrt teurer als gar kein Assistent. Die saubere Form ist unspektakulär: den Ausfall benennen, den Rückweg anbieten, die Anfrage aufnehmen. Wie sich Bestände, Termine und Preise über die Tool-Steuerung im Paket Individuell an das eigene System binden lassen, ohne dass der Assistent zwischen zwei Standorten rutscht, hängt vor allem an einem sauberen Schlüssel je Filiale.

Die Übergabe landet beim Team der Filiale

Wenn der Assistent nicht weiterkommt, entscheidet der Standort auch darüber, wohin das Gespräch geht. Eine Übergabe an eine zentrale Adresse ist bei mehreren Filialen der häufigste stille Fehler: Die Anfrage kommt an, aber beim falschen Team, und wird von dort weitergereicht – mit einem Tag Verzug und ohne den Gesprächsverlauf. Sinnvoll ist deshalb ein Postfach oder eine Warteschlange je Standort, dazu ein Rückfallweg für den Fall, dass der Ort unbekannt blieb. Wann eine Übergabe an Mitarbeitende überhaupt fällig ist, gilt unabhängig von der Zahl der Filialen; das Ziel der Übergabe hängt dagegen unmittelbar daran.

Frage im ChatWoher die Antwort kommtWohin die Übergabe geht
„Wie lange haben Sie heute auf?“Wissensbasis, Feld Öffnungszeiten des gewählten Standortskeine Übergabe nötig
„Ist der Artikel bei Ihnen da?“Warenwirtschaft, Abfrage mit StandortkennungFilialteam, wenn der Bestand strittig ist
„Ich brauche einen Termin.“Hinterlegte Terminarten des Standorts, freie Zeiten daraus berechnetTerminannahme der Filiale
„Haben Sie am 8. August offen?“Feiertagsregel des Ortes plus datierte Ausnahmekeine Übergabe nötig
„Meine Reklamation von letzter Woche“kein automatischer Zugriff auf den VorgangTeam des Standorts, an dem gekauft wurde

Die letzte Zeile ist der Grund, warum die Standortklärung auch dann lohnt, wenn der Assistent die Sachfrage gar nicht beantworten kann. Er beantwortet sie nicht – aber er stellt sie der richtigen Person, mit dem Wortlaut der Anfrage und dem Namen des Standorts im Betreff. Das ist bereits ein guter Teil des Nutzens, und er fällt ohne zusätzliche Schnittstelle an.

Wenn der Standort unklar bleibt

Es bleibt der Fall, dass der Ort unklar ist: Jemand kommt über eine Suchmaschine auf einer allgemeinen Seite an, nennt keinen Ort und will trotzdem eine Zeitangabe. Zwei Antworten sind hier vertretbar, eine dritte nicht. Vertretbar ist die Rückfrage. Vertretbar ist auch eine Auskunft, die den Rahmen nennt und die Bindung offenlegt: „Die meisten unserer Häuser öffnen werktags um 9 Uhr; für Ihren Ort sage ich es Ihnen genau, sobald ich weiß, welcher es ist.“ Nicht vertretbar ist die Zeitangabe der Zentrale, ausgegeben als Zeitangabe der Filiale.

Die Rechnung dahinter

Eine Rückfrage kostet einen Satz und wenige Sekunden. Eine falsche Öffnungszeit kostet eine Fahrt, ein Telefonat und in der Regel eine Bewertung, die länger steht als der Fehler selbst. Wo mehrere Häuser dieselbe Standardantwort bekommen, stimmt sie höchstens für eines davon. Wer die Terminstrecke direkt anschließt, verkürzt den Weg noch einmal – wie eine Terminanfrage im Chat sauber aussieht, zeigt der Termin-Assistent.

Pflege: wer trägt eine geänderte Öffnungszeit ein

Standortdaten altern schneller als der Rest der Wissensbasis, weil sie an örtlichen Entscheidungen hängen: ein verkürzter Samstag, eine Inventur, ein Umzug in die Nebenstraße. Deshalb braucht jede Filiale eine benannte Person, die ihre Felder pflegt, und ein Datum, an dem die Pflege fällig ist. Der Pflegeprozess der Wissensbasis gilt hier unverändert, bekommt aber eine zweite Achse: nicht nur „wer pflegt welches Thema“, sondern „wer pflegt welches Thema an welchem Ort“.

  • Jede Filiale hat eine benannte Person für ihre Felder – Vertretung eingeschlossen, sonst steht die Pflege im Urlaub still.
  • Abweichende Tage werden mit Datum erfasst, sobald sie beschlossen sind, und laufen nach dem Datum von selbst aus.
  • Der Feiertagskalender des Ortes wird einmal im Jahr geprüft, bevorzugt im Herbst für das Folgejahr.
  • Verkaufsoffene Termine kommen aus der Verordnung der Gemeinde und werden mit Quelle hinterlegt, statt aus dem Gedächtnis eingetragen zu werden.
  • Neue Filialen werden vor der Eröffnung angelegt, mit dem Eröffnungsdatum als Beginn der Gültigkeit.
  • Geschlossene Filialen bleiben mit Enddatum und Verweis auf den nächstgelegenen Standort im Bestand, statt gelöscht zu werden.

Der Aufwand rechtfertigt sich über die Nachfrage. In einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom gaben 61 Prozent (Bitkom 2023) der befragten Online-Shopper an, sie wünschten sich, dass mehr Einzelhändler ihrer Region ein Online-Angebot haben. Der Assistent auf der Website ist für einen Teil dieser Menschen der erste Kontakt mit dem Haus um die Ecke – und die erste Frage ist dann selten strategisch, sondern lautet, ob heute noch offen ist.

Abnahme: Testfälle, die den Standort prüfen

Ein Filialassistent fällt in der Abnahme an anderen Stellen durch als ein Assistent mit einem einzigen Standort. Die Testfälle vor dem Livegang bekommen deshalb einen eigenen Block, der ausschließlich die Standortbindung prüft. Er ist kurz und findet erfahrungsgemäß trotzdem etwas.

  • Dieselbe Frage von drei Filialseiten aus stellen – kommen drei verschiedene, jeweils passende Antworten?
  • Den Standort mitten im Gespräch wechseln – zieht die nächste Antwort mit oder bleibt sie beim alten Ort?
  • Ohne Seitenkontext fragen – kommt die Rückfrage, oder wird stillschweigend die Zentrale ausgegeben?
  • Einen datierten Ausnahmetag abfragen, der nur eine einzige Filiale betrifft.
  • Die Schnittstelle zur Warenwirtschaft abschalten und prüfen, ob der Assistent den Ausfall benennt.
  • Eine Übergabe auslösen und kontrollieren, in welchem Postfach sie ankommt.
  • Einen Standort umbenennen und prüfen, ob die frühere Bezeichnung weiterhin erkannt wird.

Die ersten drei Fälle decken erfahrungsgemäß den Großteil der Fehler auf. Der vierte ist der, der später am teuersten wird, weil er sich auf einen einzigen Tag im Jahr konzentriert und dort dann jede Anfrage betrifft. Für Shops kommt eine weitere Ebene hinzu: Auch die Produktdaten müssen die Standortfrage tragen können, sonst nützt ein sauberer Filialdatensatz allein wenig – der Beitrag zu Produktdaten für den Shop-Assistenten beschreibt, welche Attribute und Varianten dafür gebraucht werden.

Was nach dem Rollout messbar wird

Nach dem Livegang lässt sich der Nutzen an drei Größen ablesen, für die kein zusätzliches Werkzeug nötig ist: am Anteil der Gespräche, in denen ein Standort erkannt oder gewählt wurde, am Anteil der Übergaben, die im richtigen Postfach ankamen, und an der Liste der Fragen, auf die der Assistent für einen bestimmten Ort nichts gefunden hat. Die dritte Größe ist die nützlichste, weil sie den nächsten Pflegeschritt benennt, statt ihn zu vermuten. Für Anbieter mit festen Terminen gilt derselbe Mechanismus mit anderem Vokabular – der Beitrag zum Assistenten für Kursanbieter zeigt das für Kursorte und Starttermine.

Bleibt die Frage nach der Grenze. Ein eigenständig gepflegtes Standortmodell trägt in der Regel bis zu einer zweistelligen Zahl von Filialen; darüber lohnt sich die Verknüpfung mit dem System, das die Stammdaten ohnehin hält, damit Öffnungszeiten und Leistungen nicht an zwei Stellen gepflegt werden. Solche Verbindungen sind Teil der Integration. Und wo ein Filialbetrieb Besonderheiten hat – Vertriebsgebiete, Franchise-Grenzen, unterschiedliche Sortimente –, gehört das in individuelle Funktionen statt in einen Kompromiss im Standardmodell.

Häufige Fragen

Ab wie vielen Standorten lohnt sich ein Assistent mit Filialbindung?

Ab dem zweiten. Sobald zwei Häuser unterschiedliche Öffnungszeiten, Leistungen oder Bestände haben, ist jede Auskunft ohne Standortangabe eine Vermutung. Der Aufwand für den zweiten Standortdatensatz ist gering, weil die Struktur mit dem ersten bereits steht. Teuer wird der nachträgliche Umbau, wenn Antworten und Schnittstellenaufrufe zunächst ohne Standortschlüssel gebaut wurden.

Woher weiß der Assistent, welche Filiale gemeint ist?

Aus drei Quellen, in dieser Reihenfolge: dem Seitenkontext (Filial- oder Regionsseite), einer Auswahl im Chat und einer Rückfrage in einem Satz. Der erkannte Standort wird sichtbar bestätigt, damit eine falsche Annahme sofort korrigiert werden kann. Nennt jemand im Verlauf einen anderen Ort, wird der Standort neu gesetzt und die vorherige Auskunft nicht fortgeschrieben.

Müssen Öffnungszeiten je Filiale von Hand gepflegt werden?

Nur, solange es kein System gibt, das sie bereits führt. Liegen die Zeiten in der Warenwirtschaft, im Kassensystem oder in einem Filialverzeichnis, werden sie im Paket Individuell von dort übernommen. Von Hand gepflegt werden dann in der Regel nur die datierten Ausnahmen, die in keinem System stehen: Inventur, Betriebsversammlung, verkürzter Tag vor einem Feiertag.

Wie geht der Assistent mit Feiertagen um, die nur örtlich gelten?

Über eine Feiertagsregel am Standortdatensatz statt über eine Regel für das gesamte Unternehmen. Solche Fälle gibt es tatsächlich: In der Stadt Augsburg ist der 8. August als Friedensfest gesetzlicher Feiertag (Bayerisches Feiertagsgesetz), und für Mariä Himmelfahrt macht die Gemeinde die Geltung ortsüblich bekannt. Ein Kalender je Bundesland reicht dafür nicht aus.

Was passiert, wenn die Warenwirtschaft gerade nicht antwortet?

Der Assistent benennt den Ausfall, statt einen Wert zu schätzen. Praktisch heißt das: Er sagt, dass der Bestand für diesen Standort gerade nicht abrufbar ist, bietet den Rückweg über Telefon oder Rückruf an und nimmt die Anfrage auf. Eine erfundene Verfügbarkeit kostet eine vergebliche Fahrt und ist der teuerste Weg, ein Gespräch zu beenden.

Wohin geht eine Anfrage, wenn der Standort unbekannt bleibt?

In einen definierten Rückfallweg, nicht in ein beliebiges Sammelpostfach. Sinnvoll ist eine zentrale Warteschlange, die den bisherigen Gesprächsverlauf mitbekommt, damit die dortige Person den Ort erfragen und den Vorgang an die passende Filiale weitergeben kann. Der Vorgang bleibt dabei einer, statt zweimal von vorn zu beginnen.

Wie kommt der Assistent auf Ihre Website?

Die Seite zur Integration zeigt, wie das Widget mit einem kurzen Snippet in Website, CMS oder Shop kommt und im Design Ihrer Seite erscheint.

Anfrage in drei Schritten

  1. 1. Anliegen
  2. 2. Ihr Fall
  3. 3. Kontakt

Worum geht es?

Ein Klick genügt, alles Weitere ist freiwillig.

Erzählen Sie kurz von Ihrem Fall

Alle Angaben in diesem Schritt sind freiwillig. Sie helfen uns, gleich mit etwas Konkretem zu antworten statt mit Rückfragen.

Anfragen im Monat, ungefähr (optional)
Wann soll es losgehen? (optional)
Wie erreichen wir Sie?

Name und E-Mail-Adresse genügen. Wir antworten persönlich.

Wir verwenden Ihre Angaben, um Ihre Anfrage zu bearbeiten. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.